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Schanghai startet Emissionshandel

Wenn es um Maßnahmen zum Klimaschutz geht, dann gehört China nicht zu den Vorreitern. Ging es um konkrete Klimaziele, verweigerte die Volksrepublik bisher stets ihre Zustimmung. Chinesische Millionenmetropolen wie Schanghai gehen im Kampf gegen die Umweltverschmutzung nun ihre eigenen Wege.

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Wer die eindrucksvolle Skyline von Schanghai fotografieren will, braucht Glück, denn die Wolkenkratzer verschwinden meist im dichten Smog. Die chinesische Handelsmetropole kämpft seit Jahren mit der wachsenden Luftverschmutzung. Während die Regierung bei Gesetzen zum Klimaschutz zögert, hat nun die Stadtverwaltung zu Maßnahmen gegriffen und ein eigenes Emissionshandelssystem gestartet.

Bei dem Pilotprojekt geht es vor allem um die Energiegewinnung aus Kohle, die als besonders schmutzig gilt. Ein ähnlicher Test läuft in der südchinesischen Industriemetropole Shenzhen bereits seit Juni. Auch die Hauptstadt Peking plant laut staatlichen Medien einen ähnlichen Schritt.

Strafen für Luftverschmutzer

An dem System, mit dem klimaschädliche Emissionen gesenkt werden sollen, nehmen in der 23-Millionen-Einwohner-Stadt Schanghai allerdings nur 191 Unternehmen teil, wie die Nachrichtenagentur Xinhua meldete. Darunter sind demnach Firmen aus der Stahl-, Chemie- und Luftfahrtindustrie. Experten vertreten die Ansicht, dass die Auswirkungen des Projekts angesichts der geringen Zahl der Teilnehmer begrenzt bleiben wird.

Schanghais Stadtregierung hat den Unternehmen jährliche Kohleemissionsquoten für 2013 bis 2015 vorgeschrieben, sie aber nicht veröffentlicht. Bei Nichterfüllung der Quoten drohen den Firmen Bußgelder bis zu 100.000 Yuan (gut 12.000 Euro) und die Streichung staatlicher Fördermittel, wie es in der Zeitung „Shanghai Daily“ hieß.

In Emissionshandelssystemen erhalten Unternehmen eine begrenzte Anzahl von Verschmutzungsrechten. Liegen ihre Emissionen über dieser Grenze, müssen sie zusätzliche Emissionszertifikate erwerben; liegen sie darunter, können die Firmen ihre überschüssigen Rechte verkaufen. Das System soll Investitionen in klimafreundlichere Technologien begünstigen.

China bei Emissionen Weltspitze

Bis 2014 soll der Emissionshandel auf insgesamt sieben Regionen in der Volksrepublik ausgedehnt werden. China stößt so viele klimaschädliche Emissionen aus wie kein anderes Land dieser Welt. Bei der Emission von Kohlendioxid (CO2) liegt es auf dem Spitzenplatz vor den USA. Der Ausstoß von CO2 trägt maßgeblich zur globalen Klimaerwärmung und zum Klimawandel bei.

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