Geldwäscheprozess gegen Vatikan-Prälaten Scarano

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Rund fünf Monate nach der Festnahme des Prälaten Nunzio Scarano unter dem Verdacht der Geldwäsche hat in Rom der Prozess gegen den Kirchenmann begonnen. Das zuständige Gericht in Rom vertagte sich gestern kurz nach Beginn des Verfahrens auf den 13. Dezember, wie italienische Medien berichteten. Dann sollen die Zeugen der Anklage angehört werden.

Gegen Scarano besteht der Verdacht, dubiose Geldgeschäfte im Zahlungsverkehr zwischen dem Fürstentum Monaco und dem Vatikan verschleiert zu haben. Der Prozess in Rom begann in Abwesenheit des Angeklagten.

Scarano war Ende Juni im Zuge von Ermittlungen zur skandalumwitterten Vatikanbank (IOR) festgenommen worden. Der Prälat stammt aus dem süditalienischen Salerno, wo er laut einem Pressebericht unter Hausarrest steht. Neben ihm wurden ein früherer Mitarbeiter des italienischen Geheimdiensts sowie ein Finanzdienstleister festgenommen, wie die Ermittler mitteilten.

Geld per Privatjet in die Schweiz gebracht

Die drei Festgenommenen stehen im Verdacht, 20 Millionen Euro illegal aus der Schweiz nach Italien gebracht zu haben. Sie sollen das Geld aus dem Besitz von Freunden Scaranos bar in einem Privatjet des ehemaligen Geheimagenten Giovanni Maria Zito eingeflogen haben, der dafür 400.000 Euro bekommen habe. Das Geld soll von Scaranos Konto überwiesen worden sein.

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