Libyens Nationalkongress stimmt für Einführung der Scharia

In Libyen soll künftig die Scharia Basis der gesamten Gesetzgebung sein. Die Nationalversammlung stimmte heute dafür, das Islamische Recht zur „Quelle der Gesetzgebung in Libyen“ zu machen. Sämtliche staatliche Institutionen hätten sich daran zu halten. Ein Sonderausschuss soll alle existierenden Gesetze überprüfen, um sicherzustellen, dass sie mit dem Islamischen Recht vereinbar sind.

Folgen noch nicht absehbar

Die Folgen der Entscheidung waren zunächst nicht klar. Sie dürfte aber unter anderem Auswirkungen auf das Finanz- und Strafrecht haben. Die Einführung der Scharia ist ein weiterer Hinweis darauf, dass zwei Jahre nach dem Sturz des langjährigen Machthabers Muammar al-Gaddafi in Libyen Islamisten zunehmend Einfluss auf die Gestaltung des Staats haben.

Das Land befindet sich noch immer im politischen Übergang, der sich schwierig gestaltet. Eine Verfassung steht beispielsweise immer noch nicht.