Mandela-Begräbnis: Fischer missfallen „Holprigkeiten“

Bundespräsident Heinz Fischer hat gestern Abend sein Missfallen darüber ausgedrückt, dass es mit einer Vertretung Österreichs bei den Begräbnisfeierlichkeiten in Johannesburg nicht geklappt hat.

„Ich bedaure, dass es im Ergebnis so herausgekommen ist“, sagte Fischer auf die Frage von Journalisten im Lübecker Willy-Brandt-Haus, wo er beim Festakt zum 100. Geburtstag Willy Brandts die Festrede hielt. „Dass es mit der Vertretung solche Holprigkeiten gegeben hat, um das vorsichtig zu formulieren, hat mir nicht gefallen.“

Keine Präsidentenmaschine für Fischer

Er selbst habe es schwer gehabt mit der Entscheidung zwischen der fixen Zusage, die Festrede zu Brandts 100. Geburtstag zu halten. „Aber ich konnte und wollte meine Zusage nicht zurückziehen.“ Seine persönliche Wertschätzung für Mandela habe er bei vielen anderen Gelegenheiten stets zum Ausdruck gebracht.

Der deutsche Präsident hatte allerdings sein Land in Südafrika repräsentiert und war trotzdem rechtzeitig aus Johannesburg zum Festakt nach Lübeck gekommen. Dazu Fischer: Gauck könne über ein Regierungsflugzeug verfügen und die Abflug- und Ankunftszeiten festlegen, was ihm, Fischer, nicht möglich sei. In dem Falle wäre das wertvoll gewesen.

Auf die Frage der APA sagte Fischer, er habe Verständnis dafür, dass die fehlende Präsenz Österreichs in Kapstadt kritisiert werde, „Jeder hat das Recht, auch scharfe Kritik zu üben.“ Für ihn persönlich sei es nicht eine Entscheidung zwischen Willy Brandt und Nelson Mandela gewesen, sondern die Entscheidung, eine fixe Zusage einzuhalten oder nicht.