Polizei in Kambodscha geht gegen Demonstranten vor

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In Kambodscha sind Sicherheitskräfte erneut gewaltsam gegen Demonstranten vorgegangen. Rund 200 Textilarbeiter, Gewerkschaftsmitglieder und einige Mönche versuchten heute nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP, sich in einem Park in der Hauptstadt Phnom Penh zu versammeln.

Mit Knüppeln bewaffnete Polizisten versperrten jedoch den Eingang. Als einige Demonstranten versuchten, die Absperrungen zu durchbrechen, kam es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen. Die Polizisten setzten ihre Schlagstöcke ein, Demonstranten warfen mit Steinen, Wasserflaschen und Stöcken. Nach Angaben der Menschenrechtsgruppe Licadho wurden mindestens zehn Demonstranten und Sicherheitskräfte verletzt.

Kampf für höheren Mindestlohn

Die Textilarbeiter in Kambodscha fordern eine Verdoppelung des Mindestlohns auf umgerechnet rund 120 Euro. In der kambodschanischen Textilindustrie sind rund 650.000 Menschen tätig. 400.000 von ihnen nähen für internationale Modemarken.

Der Textilsektor ist eine wichtige Devisenquelle für das südostasiatische Königreich, das zu den ärmsten Ländern Asiens zählt. In jüngster Zeit häuften sich Proteste gegen die schlechten Arbeitsbedingungen und Löhne.

Langzeitregierungschef gefordert

Für den seit bald drei Jahrzehnten regierenden Ministerpräsidenten Hun Sen sind die Streiks eine ernste Herausforderung. Hinzu kommen die Proteste der Opposition, die ihm eine Fälschung der Wahl im vergangenen Juli vorwirft und seinen Rücktritt fordert. Die Behörden hatten kürzlich Demonstrationen der Regierungsgegner untersagt.