Schulboykott sorgt in Frankreich für Aufregung

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Ein Boykottaufruf gegen staatliche Schulen sorgt in Frankreich für Aufregung. Bildungsminister Vincent Peillon forderte die Schulleitungen heute in Paris auf, diejenigen Eltern zu sich zu zitieren, die ihre Kinder wegen der Verbreitung falscher „Gerüchte“ zu Hause lassen.

Hintergrund der Auseinandersetzung ist die von der sozialistischen Regierung forcierte, gezielte Gleichstellungspolitik an französischen Schulen, durch die Stereotypen bei Mädchen und Buben abgebaut werden sollen.

Rund 100 Schulen betroffen

Kritiker vor allem aus rechtsextremen und katholisch-fundamentalistischen Kreisen riefen zum Boykott auf. Sie stemmen sich gegen die Verbreitung der Gendertheorie, laut der das Geschlecht von Buben und Mädchen vor allem kulturell und nicht biologisch festgelegt wird. Eltern in Frankreich wurden daher per SMS, E-Mail und über Soziale Netzwerke aufgerufen, ihre Kinder einmal pro Monat aus Protest gegen den Unterricht zu Hause zu lassen.

Dem Boykottaufruf folgten überraschend viele Eltern. In landesweit rund hundert Schulen war seit Freitag der Unterricht wegen des Fernbleibens von Schülern gestört, wie das Erziehungsministerium mitteilte. Laut Gewerkschaftsangaben waren auch viele Problembezirke mit einem hohen muslimischen Anteil betroffen. Insgesamt gibt es in Frankreich 48.000 öffentliche Schulen.