Neu erlaubtes Maisschutzmittel für Wasserorganismen giftig

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In Österreich darf von 20. März bis 20. Mai ein chemisches Präparat mit dem Namen Belem 0,8 MG zum Schutz von Maiskulturen gegen den Maiswurzelbohrer eingesetzt werden - das allerdings für Wasserorganismen giftig ist, steht in einer AGES-Mitteilung. Möglich macht den Einsatz eine sogenannte Notfallzulassung für eine Fläche von bis zu 26.500 Hektar durch die Bundesanstalt für Ernährungssicherheit.

Es gebe rund 30 solcher Notfallzulassungen im Rahmen des EU-Pflanzenschutzrechtes pro Jahr in Österreich, beruhigte ein AGES-Sprecher gegenüber der APA heute. Eine Sprecherin von Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter (ÖVP) erklärte, die Landwirtschaftskammern in den Bundesländern würden Landwirte über das Mittel beraten, und Landesbehörden würden dessen Einsatz überwachen und kontrollieren; ansonsten verwies sie auf die AGES.

Frei vom Maiswurzelbohrer - laut einer AGES-Mitteilung auch genannt „Milliarden Dollar Käfer“ - seien in Österreich nur noch Salzburg und Vorarlberg. 2002 begann das Insekt mit seiner Einwanderung von Südosten her; je heißer die Sommer ist, desto mehr Schäden nicht nur durch die Käferlarven, sondern vor allem auch durch die ausgewachsenen Käfer gibt es.

„Mit entsprechenden Gefahrenhinweisen gekennzeichnet“

Das Granulat Belem 0,8 MG werde in die Saatfurche dosiert und im selben Arbeitsgang vollständig mit Erde bedeckt, schreibt die AGES im Internet. So kämen Bienen nicht mit dem Wirkstoff Cypermethrin in Kontakt. Aber: Für Wasserorganismen in Oberflächengewässern ist Belem 0,8 MG, wie die AGES festhält, „giftig und wird daher mit dem entsprechenden Gefahrenhinweisen gekennzeichnet“.

Auch hätten „Freilandstudien gezeigt, dass es bei der zugelassenen Aufwandmenge von zwölf Kilogramm pro Hektar und bei sachgerechter Anwendung zu keinen unannehmbaren Auswirkungen auf die Populationen von Regenwürmern, Springschwänzen und Nützlingen kommt“, schreibt die AGES weiter. Der Maiswurzelbohrer sei zudem ein „Quarantäneschaderreger“ und müsse EU-weit verpflichtend bekämpft werden.