EU-Wahl: Juncker laut Zeitung Kandidat der Konservativen

Der frühere luxemburgische Ministerpräsident Jean-Claude Juncker wird nach einem Medienbericht Spitzenkandidat der europäischen Konservativen für die EU-Wahl im Mai. Damit hätte der 59-Jährige gute Chancen auf das Amt des EU-Kommissionspräsidenten. Die „Welt am Sonntag“ berichtet unter Berufung auf Kreise in Brüssel und Berlin, dass die Entscheidung für Juncker bereits gefallen sei.

Offizielle Nominierung erst im März

Laut Zeitung unterstützt auch die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) Juncker. Offiziell will die Europäische Volkspartei (EVP) ihren Spitzenkandidaten bei einem Kongress am 6. März in Dublin nominieren. Einen Gegenkandidaten für den Luxemburger erwartet die EVP-Spitze bei dem Kongress laut „Welt am Sonntag“ nicht.

Juncker sei besonders geeignet, weil er vielen Europäern bereits bekannt sei, politische Erfahrung habe und neben Deutsch auch Französisch und Englisch spreche. Zudem verfüge er über einen starken Rückhalt im EU-Parlament, das bei der Ernennung des Kommissionspräsidenten erstmals eine wichtige Rolle spielen wird. Juncker hat schon einige Male seine Bereitschaft bekundet. „Klinkenputzen tu ich nicht“, hatte der frühere Euro-Gruppen-Chef allerdings Ende Jänner in einem Ö1-Radiointerview gesagt. Er gehe davon aus, dass er die Unterstützung der meisten EVP-Regierungschefs habe.

Interesse an dem Posten des Kommissionspräsidenten hatte vonseiten der EVP auch EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier bekundet. Zudem hatte es Spekulationen gegeben, dass die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, interessiert sein könnte.