Sanktionsdrohung: Ukraine bestellt deutschen Botschafter ein

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Aus Protest gegen die Androhung von Sanktionen gegen die ukrainische Führung hat das Außenministerium in Kiew den deutschen Botschafter einbestellt. Das Außenamt mahnte heute auch den deutschen Außenminister Frank-Walter Steinmeier zur Zurückhaltung. Vielmehr hoffe die Ex-Sowjetrepublik auf eine „konstruktive, unvoreingenommene Position“ der Bundesregierung, hieß es in einer Mitteilung. Steinmeier hatte gestern in den ARD-„Tagesthemen“ gesagt: „Die Sanktionen müssen wir jetzt als Drohung zeigen.“

Ashton in Kiew

Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton wird heute in Kiew Gespräche über ein Hilfspaket für die Ukraine führen. Die Europäische Union (EU) will nach den Worten ihrer Chefdiplomatin damit einer Übergangsregierung helfen, Reformen einzuleiten und Präsidentenwahlen vorzubereiten.

Mit der massiven Finanzhilfe will die EU auch das Tauziehen mit Russland um die Ukraine doch noch für sich entscheiden. Das Geld soll aber offenbar nur fließen, falls in Kiew eine Übergangsregierung unter Beteiligung der Opposition um Klitschko gebildet wird. Heute will der Janukowitsch auch sein ursprünglich für heute geplantes Treffen mit führenden Oppositionspolitikern nachholen.

Asarow angeblich nicht mehr in Österreich

Österreich solle den jüngst zurückgetretenen Regierungschef der Ukraine und dessen Stellvertreter, Mykola Asarow und Andrei Kljujew, verhaften. Das forderte der ehemalige ukrainische Verteidigungsminister Anatoli Grytsenko, nunmehr Oppositionspolitiker, in Berlin. Asarow soll sich Medienberichten zufolge in Österreich aufhalten.

Aus informierten Kreisen war unterdessen zu erfahren, dass sich Asarow nicht mehr in Österreich aufhalte. Der zurückgetretene ukrainische Ministerpräsident habe mit Sicherheit das Land bereits am Sonntagabend in Richtung Kiew verlassen, hieß es gegenüber der APA aus diesen Kreisen. Vom Außenministerium war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.