USA vor „nationalem Clownmangel“

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Rechtzeitig zum Beginn der Zirkussaison in den USA warnen Berufsverbände professioneller Clowns vor einem „nationalen Clownmangel“: Die Mitgliederzahlen würden inzwischen ins Bodenlose sinken, beklagt etwa die World Clown Association gegenüber den „New York Daily News“ (Montag-Ausgabe). Alle Talente würden akademische Karrieren anstreben, weil „Clown sein nicht mehr cool ist“.

Laut Angaben ihrer Präsidentin, Deanna Hartmier, hatte die World Clown Association noch vor zehn Jahren 3.500 Mitglieder. Nun seien es nur noch 2.500, beklagt die 44-jährige Clownin gegenüber der Zeitung. Die amerikanische Jugend habe „heutzutage alles andere im Sinn als Clownereien“, das Gewerbe drohe zu verkümmern, weil der Nachwuchs nicht lange genug bei Clownereien bleibe, um „professionelles Niveau“ zu erreichen.

Aus der Sicht des Talentescouts der Ringling Bros., neben Barnum & Bailey der berühmteste US-Zirkus, müssen die Clowns allerdings nicht traurig sein: Vor allem habe sich das Berufsbild gewandelt, vom freischaffenden Clown hin zum Angestellten, so David Kiser mit Verweis auf die firmeneigene Clownakademie. Auch er räumt allerdings ein, dass das Publikum anspruchsvoller geworden sei: „Die Hosen runterzulassen und das Augenmerk auf die Boxershorts zu legen, ist nicht mehr gut genug.“