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Instabile Wirtschaftslage

Österreichische Unternehmen erwägen angesichts der politischen Turbulenzen in der Ukraine den Rückzug vom dortigen Markt. Die Lage in dem osteuropäischen Land sei äußert angespannt, und auch das Wirtschaftsleben komme zum Erliegen, sagte der stellvertretende österreichische Wirtschaftsdelegierte in Kiew, Siegfried Weidlich, am Donnerstag der APA.

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Anlass für den möglichen Rückzug österreichischer Firmen ist nach Ansicht Weidlichs nicht unbedingt die jüngste Eskalation der Gewalt, sondern hauptsächlich der Einbruch des ukrainischen Wirtschaftswachstums und der Industrieproduktion sowie der ausländischen Investitionen in den vergangenen Jahren.

Frustration und Rechtsunsicherheit

Seit der Krise im Jahr 2008 habe sich auch die Frustration über Rechtsunsicherheit im Geschäftsleben bei ausländischen Firmen verstärkt. Für Irritationen und den Anstoß zum Abzug habe vielerorts aber letztlich die Nicht-Unterzeichnung des Assoziierungsabkommens mit der EU durch Präsident Viktor Janukowitsch gesorgt - die Weigerung löste auch die aktuelle Welle der Proteste aus.

Fünftgrößter Investor in der Ukraine

Österreich unterhielt in den vergangenen Jahren enge wirtschaftliche Beziehungen mit der Ukraine und ist mit einem Volumen von 2,3 Milliarden Euro der fünftgrößte Investor dort. Nach Zahlen der Wirtschaftskammer sind mehr als 150 Unternehmen aus Österreich oder von Österreich aus in der Ukraine tätig, darunter auch Produktionsbetriebe des Skiherstellers Fischer und Finanzinstitute wie die Raiffeisenbank International und die Bank-Austria-Mutter UniCredit.

Nach Informationen der Wirtschaftskammer ziehen die Firmen derzeit noch keine österreichischen Mitarbeiter aus der Ukraine ab. Im Zentrum Kiews, wo das WKO-Büro liege, seien aber fast alle Lokale und Geschäfte geschlossen, und auch die U-Bahn fahre nicht mehr. „Kiew steht“, sagte Weidlich. Die Bedeutung der aktuellen Lage für die weitere Wirtschaftsentwicklung ist seiner Ansicht nach noch nicht abzusehen.

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