Venezuela: Fallschirmjäger gegen Studenten entsandt

Die venezolanische Regierung hat gestern ein Bataillon Fallschirmjäger in die Protesthochburg San Cristobal im Westen des Landes geschickt. Die Soldaten sollten die Zugänge zu der Hauptstadt des Bundesstaats Tachira sichern, sagte Innenminister Miguel Rodriguez.

Vier Tote bei Zusammenstößen

In San Cristobal und anderen Städten gibt es seit zwei Wochen täglich Proteste von Studenten und anderen Oppositionsanhängern gegen die hohe Inflation, die verbreitete Korruption und die grassierende Kriminalität.

Dabei gibt es regelmäßig Zusammenstöße mit den Sicherheitskräften, bei denen bisher vier Menschen getötet wurden. Die Proteste hatten in San Cristobal ihren Anfang genommen, nachdem es auf dem Universitätscampus eine versuchte Vergewaltigung einer Studentin gegeben hatte.

Video dazu in iptv.ORF.at

Maduro droht CNN

Staatschef Nicolas Maduro drohte unterdessen dem US-Sender CNN mit der Abschaltung im Kabelnetz des Landes, sollte der Nachrichtenkanal seine aktuelle Berichterstattung über Venezuela nicht ändern. CNN habe ein 24-stündiges „Kriegsprogramm“ und wolle der Welt zeigen, dass in Venezuela Bürgerkrieg herrsche. Ziel sei es, einen Eingriff der „Gringo-Armee“ (USA) in Venezuela zu provozieren.

„Genug der Kriegspropaganda“

Er habe Informationsministerin Delcy Rodriguez gebeten, CNN über die Einleitung eines entsprechenden Verfahrens zu informieren. „Genug der Kriegspropaganda. Wenn sie (CNN) sich nicht korrigieren, dann raus aus Venezuela“, sagte Maduro gestern in Caracas.

Den „Faschisten von CNN“ versicherte er, dass er noch viele Jahre an der Regierung sein werde. Voriges Wochenende hatten die Behörden den kolumbianischen Sender NTN24 wegen „manipulativer“ Berichte über die Proteste aus dem Kabelnetz entfernen lassen.