Bitcoin-Handelsplattform MtGox verschwunden

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Zwei Wochen, nachdem der Handel mit der Internetwährung Bitcoin auf der Plattform MtGox ausgesetzt wurde, ist die Seite im Netz nun verschwunden. Heute erschien unter der Adresse Mtgox.com nur noch eine weiße Seite - und die Besitzer sind ihr virtuelles Geld offenbar los.

„Wir konnten nichts tun“, versicherte die japanische Finanzaufsicht, zuständig für Banken, Versicherungen und Häuser, die mit realen Werten an Börsen handeln.

Notenbanken warnen vor Bitcoin

Die virtuelle Währung Bitcoin war im Jahr 2009 als Antwort auf die internationale Finanzkrise erfunden worden. Geschaffen hatte sie ein unbekannter Programmierer, der eine von Staaten, Zentralbanken und anderen Finanzinstituten unabhängige Währung wollte.

Das virtuelle Geld wird durch komplexe Verfahren berechnet. Der Wechselkurs zu echten Währungen schwankt aber stark. Zentralbanken warnen vor den Risiken der Währung für die Nutzer.

Einer der Vorreiter des Bitcoin-Handels

MtGox, eine der ältesten und wichtigsten Plattformen für den Handel mit Bitcoins, hatte am 7. Februar alle Aktivitäten gestoppt. Die Anleger kamen an ihre virtuellen Guthaben nicht mehr heran. MtGox erklärte, ein Softwarefehler sei der Grund, und versprach in der vergangenen Woche, alles komme wieder in Ordnung.

Gleichzeitig teilte der Betreiber der Plattform mit, seinen Sitz „aus Sicherheitsgründen“ in die japanische Hauptstadt Tokio verlegt zu haben. Dieser Umzug habe zu Verzögerungen bei der Lösung der technischen Probleme geführt. Gestern teilte die Bitcoin-Stiftung in den USA mit, MtGox-Chef Mark Karpeles habe seinen Verwaltungsratssitz in der Stiftung aufgegeben.

Der Kurs des Bitcoin auf Mtgox.com fiel seitdem. Heute erreichte er 135 Dollar (etwa 98 Euro) nach mehr als 900 Dollar im Jänner. Auf anderen Plattformen wie CoinDesk war ein Bitcoin heute 522 Dollar wert.