Streit über Ausgang der Präsidentenwahl in El Salvador

Nach dem knappen Ausgang der Präsidentschaftswahl in El Salvador haben beide Kandidaten den Sieg für sich beansprucht. Der Kandidat der Linken, Salvador Sanchez Ceren, sagte nach der Veröffentlichung der vorläufigen Ergebnisse gestern, er werde eine Regierung für alle Bürger des lateinamerikanischen Landes führen.

Dagegen kündigte der rechte Konkurrent Norman Quijano über Twitter an, er verlange eine Überprüfung aller Stimmen. Nach der eigenen Zählung seiner ARENA-Partei habe er gewonnen. Die Wahlkommission bezeichnete Sanchez Cerens Vorsprung als uneinholbar. Die Männer trennten 6.634 Stimmen. Ein endgültiges Ergebnis wird in drei oder vier Tagen erwartet.

Bürgerkriegsheld als Favorit

Sanchez Ceren war als deutlicher Favorit in die Wahl am Sonntag gegangen. Der 69-jährige Sohn eines Tischlers gehört zur FMLN-Partei, die im Bürgerkrieg 1980 bis 1992 gegen US-gestützte Regierungen kämpfte. Nach dem Friedensabkommen wandelte sich die Gruppe in eine politische Partei um.

Der 67-jährige Quijano war früher Bürgermeister von San Salvador. Seine Nationale Republikaner-Allianz (ARENA) und die FMLN waren während des Krieges erbitterte Feinde. Bei den Kämpfen kamen etwa 75.000 Menschen ums Leben.