Irak: Prominenter Journalist von Präsidentenwächter getötet

Ein Wachtposten vor der Villa des irakischen Präsidenten Dschalal Talabani in Bagdad hat gestern den prominenten Journalisten Mohammed Badawi erschossen. Der Chefredakteur von Radio Freies Irak war offenbar mit dem Sicherheitsmann in einen Streit geraten. Der Fall schlug in Bagdad hohe Wellen: Bei dem schießfreudigen Wachtposten, der inzwischen festgenommen wurde, handelt es sich um einen Angehörigen der kurdischen Peschmerga-Miliz.

Dutzende Zeitungen aus Protest nicht erschienen

Auch Talabani, der seit einem Schlaganfall im Dezember 2012 zu einem Krankenhausaufenthalt in Berlin weilt, ist ein Kurde. Dutzende irakische Zeitungen erschienen heute aus Protest über die Tötung Badawis nicht. Ministerpräsident Nuri al-Maliki, ein Schiit, suchte noch gestern demonstrativ den Tatort auf. Aber auch Talabanis Präsidentschaftskanzlei bezeichnete den Vorfall in einer Erklärung als „kriminelle Handlung“.

Der Irak ist ein Vielvölkerstaat, in dem schiitische Araber die Mehrheit bilden. Die Kurden stellen knapp 20 Prozent der Bevölkerung. Im Norden des Landes leben sie in einer eigenen Autonomieregion.