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Neue Details über Datenanalyse

Was zuvor nur vermutet wurde, ist seit Montag zwar offiziell, doch vom Wrack des laut malaysischen Behörden im Indischen Ozean abgestürzten Passagierjets mit der Nummer MH370 fehlt dennoch weiter eine handfeste Spur. Die Suche konzentriert sich jetzt ausschließlich auf jenes Gebiet, von dem die letzten Signale der Boeing 777 der Malaysia Airlines stammen sollen.

Wie der malaysische Transportminister Hishammuddin Hussein am Dienstag bei einer Pressekonferenz sagte, sei die Suche im nördlichen Suchkorridor und auch im nördlichen Teil des südlichen Suchkorridors eingestellt worden. Damit sind sämtliche Suchkräfte nun in einem deutlich kleineren Gebiet im Einsatz, was die Chancen erhöht, das Wrack zu finden.

Der malaysische Transportminister Hishamuddin Hussein

AP/Vincent Thian

Hussein versicherte am Dienstag: „Die Suche nach MH370 geht weiter“

Dank der jüngsten Analyse von Satellitendaten sei klar, wo das Wrack zu suchen ist, so Hussein. Nach zunächst rund 7,6 Millionen Quadratkilometern umfasst das betroffene Gebiet allerdings immer noch rund 1,6 Mio. Quadratkilometer. Ziel ist es laut Hussein, mit Hilfe weiterer Auswertung von Satellitendaten den Suchradius weiter einzuengen.

Südkorea schickt weitere Flugzeuge

Man werde jedenfalls nichts unversucht lassen, um das Wrack zu finden und damit auch eine Antwort auf die offene Frage nach den Hintergründen der Tragödie zu finden, so Hussein. Verstärkt werden sollen die Suchmannschaften unter anderem durch zwei Flugzeuge aus Südkorea. Zudem sind allein aus China mittlerweile sechs Schiffe in dem Tausende Kilometer südwestlich der australischen Stadt Perth gelegenen Gebiet im Einsatz. Darunter befindet sich auch der Eisbrecher „Xuelong“ der am Mittwoch an jener Stelle eintreffen könnte, von wo das letzte MH370-Signal stammen soll.

Nach Angaben der australischen Behörden musste am Dienstag die Suche nach dem verschollenen Passagierflugzeug wegen schlechten Wetters unterbrochen worden. Ein Sturm, starke Regenfälle und tiefe Wolken machten einen sicheren Einsatz von Flugzeugen unmöglich, wie die Australische Seesicherheitsbehörde (AMSA) bekanntgab.

Flugzeuge der chinesischen Luftwaffe auf dem Rollfeld eines Flughafens in Perth

Reuters/Jason Reed

Schlechtwetter verhinderte am Dienstag die Suche nach Wrackteilen

Wegen des starken Wellengangs habe zudem ein Schiff der Marine die Region verlassen, in der am Montag möglicherweise Wrackteile gesichtet worden waren. Die Australier hatten zuletzt die Hoffnung geäußert, sie könnten am Dienstag das Treibgut bergen und damit in Erfahrung bringen, ob es sich um Teile des Flugzeugs handelt. Bisher ist noch kein Trümmerteil zweifelsfrei entdeckt worden.

Komplexe Datenauswertung

Die seit dem 8. März vermisste Malaysia-Airlines-Maschine stürzte nach Überzeugung der Ermittler zwischen siebeneinhalb und achteinhalb Stunden nach dem Start ab. Die Analyse stammt von der britischen Satellitenfirma Inmarsat, die die Signale auffing, sowie der britischen Behörde für die Untersuchung von Flugzeugunglücken (AAIB). Ihre Schlussfolgerungen hatten den malaysischen Regierungschef Najib Razak am späten Montagabend veranlasst, erst die Angehörigen und dann die Weltpresse zu informieren, dass es keinerlei Hoffnung auf Überlebende gebe.

Der Chef der malaysischen Zivilluftfahrtbehörde, Azharuddin Abdul Rahma, präzisierte am Dienstag: „Die letzte bekannte Position des Flugzeugs war über dem Indischen Ozean, es kann zu dem Zeitpunkt kaum noch Treibstoff an Bord gewesen sein, es war weit und breit kein Land in der Nähe - wir können daraus schließen, dass die Maschine im Wasser endete.“ Die Region sei sehr abgelegen, die See rau. „Dass dort jemand 17 oder 18 Tage überlebt hat, ist extrem unwahrscheinlich.“ Es wurde bisher kein Wrackteil gefunden. Niemand weiß, ob die Maschine abstürzte oder im Gleitflug auf Wasser traf.

Bis zu achteinhalb Stunden in der Luft

Nach der neuen Analyse endete Flug MH370 am 8. März zwischen 1.11 Uhr MEZ und 2.15 Uhr MEZ. Um 1.11 Uhr wurde das letzte volle Signal der Maschine aufgefangen, um 2.15 Uhr erhielt die Bodenstation auf eine automatische Log-on-Anfrage hin keine Antwort mehr von der Maschine. Das entspricht einer Gesamtflugzeit von siebeneinhalb bis achteinhalb Stunden. Genauso lange habe auch der Treibstoff an Bord gereicht, sagte der Minister.

Die Ermittlungen zur Ursache des rätselhaften Flugs gingen weiter, wie der malaysische Polizeichef Khalid Abu Bakar sagte: „Ich bin nicht in der Lage, Ergebnisse zu präsentieren, das würde die weiteren Ermittlungen behindern.“ Die Polizei ermittelt unter anderem wegen Sabotage und Entführung und überprüft, ob Besatzungsmitglieder oder Passagiere psychische Probleme hatten.

Regierungschef Najib hatte vor zehn Tagen gesagt, es sehe so aus, als seien die Kommunikationssysteme an Bord absichtlich ausgeschaltet worden. Ein technisches Problem wie etwa Druckverlust und Kabelschwelbrand, der die Piloten mit giftigen Gasen außer Gefecht gesetzt haben könnte, wird auch nicht ausgeschlossen.

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