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Heinisch-Hosek will „untersuchen“

Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) schmettert weiter alle Versuche ab, wieder in Bildungstests für Schüler einzusteigen. Die Überprüfung des Datenlecks beim Bundesinstitut für Bildungsforschung (BIFIE) werde bis Ende des Jahres dauern. Deshalb sei es auch fix, dass heuer keine Bildungstestungen mehr stattfinden.

Interessenvertreter sowohl auf Schüler- als auch auf Elternebene und nicht zuletzt auch Bildungsforscher hatten nachdrücklich auf eine Rückkehr zu den Bildungstests gedrängt, die vor allem über das PISA-Format das heimische Schulsystem international vergleichbar machen. Oberösterreichs Bildungslandesrätin Doris Hummer (ÖVP) warf sich dabei in die Bresche und erreichte zuletzt eine PISA-Fristverlängerung, die Heinisch-Hosek sieben Monate Zeit gegeben hätte.

Eigentliche Tests ohnehin offline

Hummer hatte Mitte März gesagt, der stellvertretende Bildungsdirektor der OECD, Andreas Schleicher, habe ihr eine Fristverlängerung der OECD zur Durchführung der Vortests für Österreich zugesagt. Die OECD sei damit einverstanden, wenn diese Tests im Oktober stattfinden. Es müsse lediglich sichergestellt werden, dass die Vorbereitungsarbeiten für PISA 2015 im Dezember starten können.

Damit habe Heinisch-Hosek sieben Monate Zeit, um ein mögliches Datenleck im BIFIE zu schließen, betonte Hummer. Das müsse reichen, denn die Testungen selbst würden alle offline verlaufen. Die Grünen hatten Hummers Initiative unterstützt und ihr dafür „vielen Dank“ ausgesprochen. Heinisch-Hosek konterte, dass „Datenschutz oberste Prämisse“ sei. Bevor nicht feststehe, dass die Datensicherheit beim BIFIE gegeben sei, würden keine weiteren Testungen zugelassen.

„Fristverlängerung bringt nichts“

Eine Fristverlängerung bis Oktober bringe damit nichts, hieß es aus Heinisch-Hoseks Büro. Außerdem braucht das Ministerium nach eigener Aussage mindestens bis Jahresende, um nicht näher genannte „Strukturen und Entscheidungsprozesse“ zu untersuchen. Hummers Intervention bei Schleicher wurde zudem kühl mit der Aussage quittiert, die Landesrätin sei nicht die Vertragspartnerin der OECD und habe lediglich eine bereits bekannte Auskunft bekommen.

In ihrer persönlichen Bilanz 100 Tage nach der Angelobung als neue Bildungsministerin versprach Heinisch-Hosek am Mittwoch für die Zukunft den Ausbau ganztägiger Schulformen, die Neugestaltung der „Schuleingangsphase“ nach dem Kindergarten und mehr Schulautonomie. Über die BIFIE-Affäre oder darüber, wann sie sich wieder einen internationalen Bildungsvergleich zutraut, verlor sie in der Aussendung kein Wort.

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