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Österreich „lächerlich gemacht“

In einem offenen Brief gehen die AHS-Direktoren mit Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) hart ins Gericht. Ihre Order, alle maßgeblichen Bildungstests wegen eines möglichen Datenlecks beim Bundesinstitut für Bildungsforschung (BIFIE) zu stoppen, sei „durch nichts zu rechtfertigen“, „unverantwortlich“ und „unserer Meinung nach nicht einmal gesetzeskonform“, so die Direktoren.

In dem am Freitag veröffentlichten Schreiben macht der Direktorendachverband unter anderem darauf aufmerksam, dass die Bildungsstandard-Tests schon Anfang April stattfinden hätten sollen. Die Unterlagen seien fix und fertig erstellt und teilweise sogar schon verschickt. Heinisch-Hosek solle die von ihr verursachte Unsicherheit beenden und „zu einer sachlichen Schul- und Bildungspolitik“ und einer „datenbasierten Schulentwicklung zurückkehren“.

Direktoren wollen Gründe für Teststopp

Die Vorgangsweise Heinisch-Hoseks bei diesem Thema unterstütze „diejenigen, die an der Verlässlichkeit des Bildungssystems zweifeln, in ihrer Skepsis“, so die Schulleiter. „Schule kann nur gut funktionieren, wenn es klare Vorgaben gibt, die für alle Beteiligten im System transparent sind, und alle auf die Einhaltung dieser Vorgaben vertrauen können.“ Die Ministerin müsse außerdem konkret erklären, warum Österreich an den PISA-Testungen vorläufig nicht teilnehme.

Zwar stehen die Direktoren PISA „durchaus kritisch“ gegenüber. „Die Absage mit der Begründung des Datenlecks macht Österreich allerdings international lächerlich.“ Das stelle „in den Raum, dass wir nicht imstande sind, mit Daten ähnlich sensibel umzugehen wie alle anderen teilnehmenden Staaten“. Als Alternative zum „Justamentstandpunkt“ der Ministerin schlagen die Direktoren vor, sich mit dem „überbordenden Verwaltungsaufwand zu beschäftigen, der unseren pädagogischen Tagesablauf behindert, manchmal sogar lähmt“.

Schon längst genug getestet?

Auch beim Thema Zentralmatura fordern die Direktoren ein klares Bekenntnis der Ministerin über die nunmehrige Testphase hinaus: „Geben Sie eine klare Stellungnahme zur neuen Matura bzw. zu deren Implementierung im Jahr 2015 ab! Die Durchhalteparolen und Verschiebungen, die das Projekt mittlerweile jahrelang begleitet, müssen ein Ende haben.“

Die Schüler und Lehrer hätten ein Recht darauf, endlich die Bestätigung dafür zu bekommen, dass die Reifeprüfung in der jahrelang vorbereiteten und in Schulversuchen erprobten Form stattfinde, so der Direktorendachverband. „Vor allem in den Fremdsprachen gibt es die neue Reifeprüfung seit mehreren Jahren in fast allen Schulen, und es ist nicht ein einziger Fall bekannt, dass dabei Daten an die Öffentlichkeit gelangt wären.“

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