Ägypten: Zwei Islamisten wegen Mordes zum Tode verurteilt

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Ein Gericht in Alexandria hat heute zwei Anhänger des gestürzten Präsidenten Mohammed Mursi wegen Mordes zum Tode verurteilt. Die beiden Islamisten sollen bei Unruhen in der Mittelmeer-Stadt nach Mursis Sturz im Juli 2013 zwei junge Männer vom Dach eines Hauses geworfen haben. Videos von dem gewalttätigen Zwischenfall hatten damals viel Aufsehen erregt.

Die Urteile seien noch nicht rechtskräftig, berichtete die Tageszeitung „Al-Ahram“ (Onlineausgabe). Die Verurteilung erfolgte fünf Tage nachdem ein Gericht im oberägyptischen Minia 529 Mursi-Anhänger wegen der Tötung eines Polizeioffiziers zum Tode verurteilt hatte. Der Richterspruch am Ende eines zweitägigen Prozesses ohne Beweisaufnahme und Anhörung der Verteidigung war weltweit kritisiert worden.

Das Militär hatte den frei gewählten Präsidenten Mursi nach Massenprotesten gegen seine autoritären Herrschaftsstil entmachtet. Enttäuschte Islamisten verübten daraufhin an mehreren Orten Gewalttaten. Ihre weitgehend friedlichen Protestcamps in Kairo und anderen Großstädten wurden wiederum von den Sicherheitskräften blutig geräumt. Dabei gab es über 1.400 Tote.