Leitl für PISA-Alleingang Oberösterreichs

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Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl (ÖVP) hat die Hoffnung auf eine Teilnahme Österreichs an der nächsten PISA-Studie noch nicht aufgegeben. „Ich kenne (Unterrichtsministerin, SPÖ, Anm.) Gabriele Heinisch-Hosek gut und weiß, dass sie vernünftigen Argumenten zugänglich ist“, meinte Leitl heute vor Journalisten.

Heinisch-Hosek hatte die Teilnahme Österreichs an allen Bildungstests der kommenden Monate gestoppt, da beim BIFIE, das die Erhebungen durchführt, die Datensicherheit nicht gewährleistet sei.

Am liebsten wäre Leitl, wenn Österreichs Schüler geschlossen an PISA teilnähmen - wenn nicht, müsse einzelnen Bundesländern auf ihren Wunsch hin die Chance zur Teilnahme eröffnet werden. Bisher hatte vor allem Oberösterreich um die Teilnahme gekämpft. Im Bildungsministerium ist man allerdings der Ansicht, dass kein Bundesland einen Alleingang unternehmen dürfe.

Kritik: Absage löst keine Probleme

Der Leiter der bildungspolitischen Abteilung der Kammer, Michael Landertshammer, kann das Aussetzen der Studie nicht nachvollziehen. „Bei allem Verständnis, dass die Regierung ein Budget auf die Beine bringen muss und das ein willkommener Punkt ist, wo man einsparen kann: Wenn ich Fieber habe und das Thermometer wegschmeiße, habe ich ja deswegen auch nicht kein Fieber mehr.“

Als weiteres Argument für ein Aussetzen bei PISA vermutet Landertshammer auch die Vermeidung von regierungsinternen Konflikten: „Wenn es wie erwartet keine besseren Ergebnisse gibt, erspart man sich auch Zoff.“