Übersiedelt Erste-Zentrale nach Tschechien?

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Die börsennotierte österreichische Erste Group erwägt nach Worten des tschechischen Staatspräsidenten Milos Zeman, ihren Sitz von Wien nach Prag zu verlegen. Das sagte Zeman heute auf einer Wirtschaftskonferenz in Prag unter Berufung auf Erste-Chef Andreas Treichl.

„Bauen gerade neues Hauptquartier in Wien“

Die Erste verwies auf Anfrage darauf, in Wien für 300 Millionen Euro am neuen Hauptbahnhof gerade ihre neue Zentrale für mehr als 4.000 Leute zu bauen, die 2016 fertig werden soll. Ansonsten beließ sie es bei diplomatischen Floskeln.

„Wir bauen gerade ein neues Headquarter hier in Wien. Dessen ungeachtet ist das steuerliche Umfeld ein wichtiger Faktor, wenn es darum geht, wo man als Unternehmen Ressourcen zusammenfasst oder investiert. Dazu kommt natürlich auch die politische und wirtschaftliche Stabilität. Sollte die Tschechische Republik den Euro einführen, dann wäre das sicherlich ein wichtiges Signal an Investoren“, hieß es in einem der APA übermittelten Statement aus der Erste Group in Wien.

Zeman: „Treichl hat mich informiert“

Erste-Chef Treichl hatte in den letzten Jahren kein Geheimnis daraus gemacht, wie sehr ihm diverse finanzpolitische Entscheidungen wie die Bankensteuer in Österreich missfallen. Ärgerliche Abwanderungsdrohungen des Bankers wurden bisher jedenfalls nicht besonders ernst genommen.

Zeman frohlockte heute jedenfalls: „Kürzlich hat mich Andreas Treichl besucht und mich informiert, dass die Erste erwägt, in den nächsten Jahren ihre Zentrale aus Wien nach Prag zu verlegen. Das ist eine interessante Information. Es wäre der erste Fall, wo die Mutterbank zu ihrer Tochterbank umzieht“, sagte Zeman in Prag.