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Handy loggte sich bei Sendestation ein

Die Liste der mysteriösen Ereignisse vor dem Absturz der malaysischen Boeing 777 mit 239 Menschen an Bord vor fünf Wochen ist wieder um eines reicher: Am Samstag berichtete eine malaysische Zeitung, der Kopilot habe nach der rätselhaften Kursänderung des Flugzeugs zu telefonieren versucht.

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Eine Sendestation habe ein Signal des Mobiltelefons von Kopilot Fariq Abdul Hamid registriert, bevor die Boeing 777-200 am 8. März rund 320 Kilometer nordwestlich der malaysischen Insel Penang vom Radar verschwand, hieß es in der „New Straits Times“ unter Berufung auf die Ermittlungen in Malaysia. Das Flugzeug sei offenbar niedrig genug geflogen, so dass das Handy Empfang haben konnte. Der Anruf habe allerdings abrupt geendet, womöglich weil der Jet außer Reichweite der Sendestation geraten war.

Wen der 27-jährige Kopilot zu erreichen versucht hatte - wenn nicht das bloße Einschalten des Telefons für das Signal verantwortlich war - konnte die Zeitung nach eigenen Angaben nicht herausfinden. Bereits kurz nach dem Verschwinden von Flug MH370 hatte es Gerüchte gegeben, Angehörige hätten das Handy eines Passagiers kurz erreicht. Es habe mehrfach geklingelt, bevor der Kontakt abriss.

Australischer Soldaten bei der Suche

APA/EPA/Michael Martina

Australische Aufklärer suchen seit Wochen nach Spuren der vermissten Boeing

Suchgebiet von über 41.000 Quadratkilometern

Flug MH370 sollte von Kuala Lumpur in Malaysia nach Peking gehen, allerdings machte die Boeing aus ungeklärten Umständen eine außerplanmäßige Kehrtwende, flog stundenlang nach Süden und stürzte mit großer Wahrscheinlichkeit in den Indischen Ozean, wo seither nach dem Wrack gesucht wird. Bisher - trotz allen logistischen Großaufwands - ohne Erfolg.

Laut der australischen Einsatzleitung, dem Joint Action Coordination Centre (JACC) beteiligten sich am Samstag erneut bis zu neun Militär- und ein Zivilflugzeug sowie 14 Schiffe an der Suchaktion. Auch U-Boote und spezielle Geräte, die noch kilometertief unter Wasser nach Signalen der Blackbox „lauschen“ können, werden eingesetzt. Für die Suche aus der Luft wurde für Samstag ein Gebiet mit einer Fläche von über 41.000 Quadratkilometern abgesteckt, ihr Zentrum liege rund 2.300 Kilometer nordwestlich der australischen Stadt Perth, so das JACC.

„Pings“ doch nicht von vermisster 777-200

Anfang der Woche hatten Suchschiffe unter Wasser Signale aufgefangen. Zwei Signale könnten vom Flugschreiber der vermissten Boeing stammen, hieß es. Eine weitere vom australischen Regierungschef Tony Abbott bekanntgegebene „heiße“ Spur erkaltete am Freitag wieder. Der Koordinator der Suchaktion, Angus Houston, musste einräumen, dass "Pings“, die von einem Flugzeug aufgefangen worden waren, nicht von der Blackbox des abgestürzten Jets gekommen waren.

Unterwasserboot zur Suche der Blackbox wird ins Wasser gelassen

APA/EPA/US Navy/Mc1 Peter D. Blair

Spezielle Detektoren „lauschen“ nach Signalen der Blackbox

Die Suche gehe trotzdem weiter, sagte Houston. Sowohl das Schiff „Ocean Shield“ als auch Flugzeuge versuchten weiter, akustische Signale aufzufangen. Die Zeit dränge, nichts dürfe unversucht bleiben, so lange die Batterien der Blackbox noch funktionierten. Die Funksender sind darauf ausgelegt, etwa 30 Tage lang Signale zu senden.

Diese Frist wäre bereits am 7. April abgelaufen, allerdings funktionieren die Sender mitunter auch länger. Über den Einsatz eines ferngesteuerten U-Boots zum Auffinden des Wracks würden Experten an Bord der „Ocean Shield“ entscheiden, teilte Houston, früher australischer Luftwaffenchef, am Freitag weiter mit. Das könne allerdings noch Tage dauern. „Ausgehend von den Informationen, die mir vorliegen gibt es keinerlei Durchbruch bei der Suche nach MH370.“

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