Armenier in Wien gedachten Genozids vor 99 Jahren

Die armenische Gemeinde in Österreich hat gestern Abend in der Feierstunde in Wien des Völkermordes an ihren Landsleuten in der Türkei vor 99 Jahren gedacht. Heinrich Neisser (ÖVP), der frühere Zweite Nationalratspräsident, forderte die Anerkennung des Genozids durch die Europäer.

Für die EU, die für die Einhaltung der Menschenrechte eintritt, wäre die Anerkennung „eine Testfrage“, so Neisser. Gerade für Menschen, die in der Diaspora leben wie viele Armenier, sei die Identitätsfrage besonders wichtig, führte Neisser aus. Eine Anerkennung dieses Völkermordes wäre eine Anerkennung von Fakten.

Die oft beschworene europäische Identität sei nur dann möglich, wenn es einen Konsens hinsichtlich der Geschichte in Europa gibt. Im Übrigen wäre es „ein fataler Irrtum“ zu glauben, dass es keinen Genozid mehr geben könne. Völkermorde der jüngeren Zeit wie in Afrika hätten das gezeigt.