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Preiserhöhungen bis zu zehn Prozent

Es war kein Geheimnis mehr, dass der Verlust des Burgtheaters deutlich höher ausfallen wird als bisher kommuniziert. Im April legte die interimistische Burgtheater-Direktorin Karin Bergmann die Zahlen auf den Tisch: 2012/13 wurde ein Minus von 19,643 Mio. Euro geschrieben - sechs Mio. Euro davon sind notwendige Rückstellungen.

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„Was wir in den letzten vier Wochen gemeinsam erarbeitet haben, ist etwas, was mit Blut, Schweiß und Tränen in Verbindung gebracht werden kann“, sagte Bergmann bei der Bilanzpressekonferenz. Dennoch war sie um Optimismus bemüht: „Das Burgtheater lebt - und das wird es auch weiterhin tun.“

Gute Sitzplätze werden teurer

„Jetzt ist klar, wie das Erbe aussieht, das ich hier vor vier Wochen angetreten habe“, sagte Bergmann Ende April gegenüber der APA. Im weitreichenden, rund 100 Punkte umfassenden Maßnahmenkatalog, der in der kommenden Saison „Ergebnisverbesserungen“ in der Höhe von vier Mio. Euro bringen soll, sind auch Preiserhöhungen vorgesehen, die bei den besten Sitzplätzen im Schnitt rund zehn Prozent betragen. Dadurch sowie durch zusätzliche Sponsoreneinnahmen sollen 600.000 Euro aufgebracht werden. Gespart werden soll auch bei den Produktionskosten (800.000 Euro), Sachkosten und Personalkosten (je 1,4 Mio. Euro).

Pressekonferenz zu Burgtheater Bilanz

APA/Hans Klaus Techt

Karin Bergmann und Thomas Königstorfer bei der PK

„Der Maßnahmenkatalog ist zukunftsweisend, aber ein ganz hartes, um nicht zu sagen brutales Stück Papier“, sagte die künstlerische Geschäftsführerin. Kündigungen sind laut Bergmann nicht vorgesehen, jedoch werde bereits über Gagenreduktionen gesprochen. Die Ensemblevertretung sei bereits informiert. Sie plant kommende Woche eine Mitarbeiterversammlung, um die geplanten Maßnahmen zu erläutern.

„Manchmal luxuriöse Bedingungen“

Angesprochen auf die Einsparungen bei den Produktionskosten sagte Bergmann, es habe „an der Burg keine goldenen Löffel“ gegeben. „Aber es gab extrem gute und vielleicht manchmal luxuriöse Bedingungen, was große Produktionen betrifft“, so die Neo-Theaterleiterin. Stärker als bisher werde durch begleitende Kontrolle die Einhaltung der Produktionskosten überwacht werden.

Die Anpassung großer Brocken wie der „Jungen Burg“ auf ein gutes Maß und der Wegfall des Spielbetriebs im Kasino am Schwarzenbergplatz könnten aufgrund langfristiger Verträge nicht kurzfristig helfen, bleiben jedoch weiterhin in Diskussion. Bei der Jugendarbeit werde man über andere Formen und Strukturen nachdenken, für das Kasino möchte Bergmann kämpfen, solange es geht.

Teure Arbeitsprozesse drohen

Gründe für den erheblich größeren Bilanzverlust für 2012/13 seien Risikovorsorgen für Vorgänge der Vergangenheit, darunter etwa die laufenden Arbeitsprozesse gegen den entlassenen Direktor Matthias Hartmann und die ebenfalls entlassene Vizedirektorin Silvia Stantejsky, die drei Mio. Euro umfassen. Weitere drei Mio. Euro wurden für zu erwartende Steuernachzahlungen aufgrund formaler Versäumnisse der früheren Geschäftsführung (die bisher höher bewertet wurden) zurückgelegt. Fünf Mio. Euro wurden für eine am 1. April angelaufene Sonderprüfung des Finanzamtes zurückgestellt.

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