Aserbaidschan an Atomkraft interessiert

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Aserbaidschan ist daran interessiert, Atomkraftkapazitäten aufzubauen und würde diesbezüglich auch mit dem Nachbarn Iran zusammenarbeiten. Eine entsprechende Frage beantwortete der aserbaidschanische Außenminister Elmar Mammadjarow gestern im APA-Gespräch in Wien mit: „Das kann ich definitiv mit Ja beantworten.“

Mammadjarow betonte zugleich das Recht des Iran auf eine friedliche Nutzung der Kernkraft. Das Recht jedes Mitglieds der UNO und der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), ein Atomprogramm zu entwickeln, sei anzuerkennen. „Wir unterstützen ein friedliches Nuklearprogramm des Iran“, sagte der Außenminister.

Enge Beziehungen zum Iran

Aserbaidschan unterhält enge Verbindungen zum Iran und hat ebenfalls Öl- und Gasvorkommen, die es auch exportiert. In der Islamischen Republik gibt es eine große Aseri-Minderheit. Tatsächlich leben im Iran mehr Aseris als in Aserbaidschan selbst: 24 Prozent der gut 75 Millionen Einwohner des Iran sind ethnische Aseris, das wären 18 Millionen. Aserbaidschan hat 8,9 Millionen Einwohner, von denen 91 Prozent (8,1 Millionen) Aseris sind.

Mammadjarow sprach sich im Atomstreit mit Teheran dafür aus, nach vorn zu blicken. Angesprochen auf den Verdacht der internationalen Gemeinschaft gegen den Iran, möglicherweise Kernwaffen anzustreben, weil er sein Atomprogramm nicht vollständig offengelegt habe, meinte der Minister: „Was in der Vergangenheit passiert ist, ist passiert.“