Wirbel um Neonazi-Code auf Waschmittelpackung

Der US-Konsumgüterhersteller Procter & Gamble hat in Deutschland mit einer Sonderedition seines Waschmittels Ariel gehörig danebengegriffen und ist nun um Schadensbegrenzung bemüht.

Anlässlich der Fußball-WM in Brasilien bedruckte die Firma die Waschmittelpackungen mit dem Sujet der deutschen Teamdresse mit der Nummer 88 - das sollte die Anzahl der Waschgänge mit der Packung angeben.

Nur: Die Zahl 88 gilt als wichtiger Code der Neonazi-Szene - die Ziffer 8 steht nach der Reihenfolge im Alphabet für H, 88 damit für HH und das für „Heil Hitler“. Zudem ist auf der Packung von einer „neuen Konzentration“ die Rede, die fünf zusätzliche Waschgänge ermögliche.

Unternehmen zieht Verpackung aus dem Verkehr

Nachdem auf Twitter und Facebook in den vergangenen Tagen Bilder der Verpackungen die Runde machten und ein entsprechender Aufschrei folgte, ruderte Procter & Gamble heute zurück.

Auf Facebook hieß es in Reaktion auf entsprechende Postings, man sei „Werten wie Toleranz, Respekt, Vielfalt und Menschlichkeit verpflichtet“ und man distanziere sich von jeglichem rechten Gedankengut: „Wir bedauern es sehr, wenn es zu falschen Assoziationen kommen kann.“

Die Sonderedition werde bereits seit Montag nicht mehr ausgeliefert. Die Stellungnahme wurde zunächst auf der Facebook-Site von Ariel allerdings gut versteckt. Am Nachmittag nahm auch eine Sprecherin Stellung. Das Team hatte „das nicht auf dem Schirm. Sie können dem Unternehmen vorwerfen, dass das dumm und naiv war.“ Man habe aber keinen wirtschaftlichen Schaden. Die genaue Anzahl der mit der missglückten Werbung bedruckten Packungen gab sie nicht bekannt. Es handle sich aber nicht um große Mengen.

Trikotnummer oft diskutiert

Gerätselt wird indes, wie es zu dem Lapsus kommen konnte: Die Bedeutung der Zahl 88 in manchen Kreisen gilt nicht wirklich als Geheimnis. Zudem gab es gerade im Fußball immer wieder Debatten über die Trikotnummer 88.

Bekanntestes Beispiel war der Torhüter der italienischen Nationalmannschaft, Gianluigi Buffon, der in seiner Zeit beim FC Parma nicht nur wegen eines faschistischen Spruchs zu unrühmlicher Bekanntheit kam, sondern auch unbedingt ein 88 auf seinem Trikot stehen haben wollte. Erst nach etlichen Interventionen konnte er davon abgebracht werden.