Russlands Vize-Premier drohte Rumänien mit Bomberüberflug

Der russische Vize-Regierungschef Dmitri Rogosin hat im Ukraine-Konflikt einen diplomatischen Nebenkriegsschauplatz eröffnet: Wie das rumänische Außenministerium gestern enthüllte, drohte Rogosin in einer Twitter-Nachricht damit, bei Gelegenheit mit einem strategischen Bomber das rumänische Territorium anzusteuern, wenn ihm Überflugrechte mit einer zivilen Maschine verweigert werden.

„Das rumänische Außenministerium vertritt die Ansicht, dass die Drohung mit dem Einsatz eines russischen strategischen Bombers durch einen russischen Vize-Ministerpräsidenten im aktuellen Kontext eine ausgesprochen schwerwiegende Erklärung darstellt“, heißt es in der Mitteilung des Außenamtes in Bukarest. Diese Erklärung sei zu einem Zeitpunkt abgegeben worden, in dem die Russische Föderation die territoriale Einheit der Ukraine verletzt habe.

Rogosin war gestern zu einer Militärparade in Transnistrien, einem östlichen Teilgebiet der Republik Moldau, geflogen, um dort an einer Militärparade teilzunehmen. Die Ukraine hatte Rogosin den Überflug verweigert. In der Twitter-Nachricht Rogosins hieß es: „Rumänien hat den Luftraum nach Aufforderung durch die USA für mein Flugzeug gesperrt ... das nächste Mal komme ich mit einer TU 160.“ Die Tupolew 160 ist ein strategischer Langstreckenbomber. Das Außenministerium in Bukarest erinnerte daran, dass Rumänien Mitglieder der EU und der NATO sei.

Russische Delegation von Kiew abgefangen?

Die Ukraine soll unterdessen die Verkehrsmaschine mit einer russischen Delegation unter Leitung von Kulturminister Wladimir Medinski zur Landung in der moldauischen Hauptstadt Chisinau gezwungen haben. Das erfuhr die russische Agentur RIA Novosti inoffiziell von einer „gut informierten“ Person.

„Die Ukrainer haben zwei MiG-29-Flugzeuge aufsteigen lassen, um die Verkehrsmaschine zur Landung zu zwingen“, sagte der Gesprächspartner der Agentur. Wie Medinski zuvor via Twitter mitteilte, hatten die ukrainischen Behörden das Flugzeug mit der russischen Delegation, die sich auf dem Rückflug von Chisinau nach Moskau befand, nicht durchgelassen und „unter Androhung einer Zwangslandung in der Ukraine“ zur Umkehr genötigt.