Themenüberblick

Detaillierter Blick auf das Ergebnis

290 Punkte und damit 52 Punkte Vorsprung: Conchita Wurst hat am Samstag mit der vierthöchsten Punktezahl der Grand-Prix-Geschichte den Song Contest gewonnen. Ein Blick auf das detaillierte Ergebnis zeigt, dass Wurst vor allem die Zuseher vor den TV-Geräten überzeugen konnte - auch in jenen Ländern, aus denen es zuvor kritische Stimmen gegeben hatte. Dort ließen vor allem die Jurys mit ihren Votings aus.

Gleich 13 Länder gaben die Höchstwertung von zwölf Punkten an Österreich: Slowenien, die Schweiz, Italien, Belgien, Irland, Finnland, Spanien, Portugal, Israel, Schweden, Griechenland, Großbritannien und die Niederlande. Nur fünf Länder hatten keine Punkte für die Dragqueen übrig: Armenien, Aserbaidschan, Weißrussland, Polen und San Marino.

Bei Publikumsvoting (fast) immer in Top Five

Und das lag nicht an den Fans, die sahen Conchita Wurst allesamt weit vorn. In allen fünf Ländern bewertete die Jury den österreichischen Auftritt so schlecht, dass es keine Punkte gab. Das zeigt die von den Veranstaltern erstmals auf Eurovision.tv veröffentlichte Aufschlüsselung von Jury- und Publikumsvoting.

Für San Marino stimmte nur eine Jury ab, eine Telefonwahl gab es in dem Kleinstaat nicht. Beim Televoting gab es nur einen Ausreißer: In Estland gab es nur Platz acht, in allen anderen Ländern war sie unter den ersten fünf - auch in Aserbaidschan, Weißrussland und Armenien. In Russland gab es sogar Rang drei. In insgesamt acht Ländern gab es vom Fernsehpublikum Platz eins.

Von fünf Ländern doppelter Einser

In neun Ländern gab es von den Jurys für den heimischen Beitrag die Höchstnote. Und in Slowenien, Finnland, Schweden, der Schweiz und den Niederlanden waren sich Experten und Publikum einig: Platz eins für Wurst. Nur sieben Punkte schickte der als sichere Zwölferbank gerechnete große Nachbar Deutschland beim Song-Contest-Voting nach Österreich. Der Grund: Während die deutschen Zuschauer Wurst auf Platz eins wählten, sah die fünfköpfige Jury - darunter der Berliner Rapper Sido - sie nur auf Rang elf.

Wurst hatte sich - wie die am Wochenende veröffentlichten Zahlen bewiesen - schon in ihrem Halbfinale am Donnerstag klar durchgesetzt. Mit 169 Punkten verwies sie Rumänien (125) deutlich auf Platz zwei. Da gab es sogar Punkte aus allen Ländern. Die wenigsten kamen übrigens aus Deutschland. Nur vier Zähler schickte das Nachbarland.

Aufregung über britisches Voting

Aufregung gibt es unterdessen in Großbritannien über das Televoting. Insgesamt erhielt Österreich zwar zwölf Punkte, beim Publikum reichte es aber nur für Rang drei. Platz eins bei den Zusehern ging an Polen, dessen Beitrag vor allem durch sein Behübschungspersonal auffiel: Zwei Frauen in offenherzigen Trachten trachteten danach, ihre Brüste in die Kameras zu halten. Während Europa mit der Wahl Wursts ein Zeichen für Toleranz setzte, gaben die Briten dem blanken Sexismus die Stimme, heißt es in etlichen Medien.

Twitter-Zahlen als Spiegel des Erfolgs

Eindrucksvolle Zahlen lieferten auch die Sozialen Netzwerke: 5,4 Millionen Tweets verzeichnete Twitter im Laufe des Song-Contest-Abends. Als klar wurde, dass Wurst gewonnen hatte, waren es 47.000 pro Minute - der Spitzenwert des Abends. Der zweithöchste Wert des Abends wurde mir rund 42.000 Tweets pro Minute während des Auftritts von Conchita Wurst erreicht.

Grafik über die Anzahl der gesendeten Twittermeldungen während des Song Contest Finales

Screenshot twitter.com

Eindeutiges Ergebnis auch auf Twitter

Den dritthöchsten Wert gab es beim Auftritt der französischen Vertreter Twin Twin - aber wohl aus anderen Gründen. Mit ihrem Song „Moustache“ wurden sie mit nur zwei Punkten Letzte. Auch hier hatte sich die Tendenz schon im Halbfinale angezeichnet: Während Wursts Performance wurden ebenfalls die meisten Tweets verzeichnet.

Links: