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Frankenfels von Außenwelt abgeschnitten

Der anhaltende Regen hat in Teilen Österreichs zu Überflutungen und Hochwasser geführt. Besonders betroffen ist der südliche Teil Niederösterreichs. Die Flüsse Triesting, Pielach und Traisen sind über die Ufer getreten. Der Einsatzschwerpunkt der rund 2.100 Feuerwehrleute lag am Vormittag auf den Bezirken Lilienfeld, St. Pölten, Neunkirchen, Wiener Neustadt und Scheibbs.

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Stellenweise regnete es mehr als 100 Liter pro Quadratmeter. Einige Keller sind überflutet. „Hier geht es rund“, sagte der Sprecher der niederösterreichischen Feuerwehr, Alexander Nittner. Besonders stark betroffen sei Frankenfels im Bezirk St. Pölten, das derzeit von der Außenwelt abgeschnitten sei. Die Pielachtaler Bundesstraße (B39) wurde in diesem Bereich zum Teil überflutet und bis Hofstetten Grünau gesperrt. Auch in Rabenstein stünden mehrere Straßen unter Wasser, so Nittner. „Wir errichten momentan Hochwassersperren und haben zahlreiche Einsätze zum Auspumpen von Kellern.“

Umgerissenes Baugerüst in Frankenfels im Bezirk St. Pölten

FF Frankenfels

Ein Baugerüst in Frankenfels stürzte ein

„Die Pegel steigen immer stärker“

Im Bereich Altenmarkt a. d. Triesting (Bezirk Baden) herrscht ebenfalls Hochwasseralarm. „Die Pegel steigen immer stärker. Wir rechnen in den kommenden Stunden mit Überflutungen“, sagte der Sprecher. Keine Sorge bereitet laut Feuerwehr vorerst die Donau, da die Regenfälle bisher nicht so stark ausfielen. Im Bezirk Neunkirchen trat die Schwarza über die Ufer. Hier stand die Feuerwehr bereits seit Donnerstagabend im Einsatz. Sandsäcke wurden aufgelegt - mehr dazu in noe.ORF.at.

Hochwasser in Mainburg im Bezirk St. Pölten

ORF/Ursula Hofmeister

Eine überflutete Straße in Mainburg im Bezirk St. Pölten

Autofahrer musste gerettet werden

Ein junger Autofahrer wurde in Niederösterreich von den Wassermassen eingeschlossen und musste von der Feuerwehr gerettet werden. Aufgrund der starken Regenfälle sei es im Bezirk Amstetten zu zahlreichen Überflutungen und Hangrutschungen gekommen, teilte Philipp Gutlederer vom Bezirksfeuerwehrkommando der APA am Freitag mit. „Es hat einige kleinere Murenabgänge gegeben. Teilweise sind Straßen gesperrt“, so Gutlederer. Besonders stark betroffen war das Ybbstal.

Windspitzen bis zu 169 km/h

Die bisher höchsten Windspitzen wurden von der ZAMG mit 169 km/h am Donnerstag auf dem Hirschenstein im Burgenland gemessen. Auf dem Schöckl in der Steiermark waren es am Freitag 140 km/h, auf der Villacher Alpe in Kärnten am Donnerstag 121 km/h.

„Seit 3.00 Uhr in der Früh stehen wir im Einsatz. Wir sind derzeit mit 20 Feuerwehren an 40 Orten unterwegs“, sagte Gutlederer. In St. Georgen am Reith stünden einige Häuser im Wasser. In Ybbsitz seien zwei kranke Personen aus einem Gebäude in Sicherheit gebracht worden. Eine Zufahrt zum Haus sei aufgrund der Wassermassen nur noch mit einem Traktor möglich gewesen. „Die Ybbs sowie kleinere Flüsse und Bäche sind über die Ufer getreten. Wir rechnen in den kommenden Stunden mit einer Verschärfung der Lage“, so Gutlederer. In vielen Orten seien die Kanalsysteme bereits überlastet.

Hochwasseralarm in Steyr

Oberösterreich scheint bei dem aktuellen Unwetter vorerst glimpflich davonzukommen. Zwar stiegen auch im Süden des Bundeslandes die Pegelstände der Flüsse erheblich, besonders große Hochwasserschäden wurden aber auf APA-Anfrage Freitagvormittag nicht gemeldet.

In der Nacht auf Freitag gab es die prognostizierten intensiven Niederschläge im Bereich der Pyhrn-Priel-Eisenwurzen-Region, im Reichraminger Hintergebirge und im Inneren Salzkammergut. Daraufhin stiegen die Pegelstände von Traun, Steyr und Enns. Das löste gegen 4.00 Uhr in Steyr einen Alarm für die Feuerwehr aus. Sie sperrte den Enns- und den Ortskai, räumte sie von geparkten Autos und begann Hochwasserschutzwände aufzustellen. Am Vormittag trat in Steyr die Enns über die Ufer und erreichte die ersten Häuser.

Der Pegelstand betrug zu diesem Zeitpunkt 594 Zentimeter. Kritisch werde es ab dem Pegelstand 700, erläuterte der Hydrografische Dienst des Landes Oberösterreich. Er rechnete aber damit, dass er knapp nicht erreicht werde. Auch unterhalb von Steyr, an der Einmündung der Enns in die Donau in Mauthausen, dürften die Warngrenzen nicht erreicht werden, lautete die Prognose - mehr dazu in ooe.ORF.at.

Steiermark: Schäden am Stromnetz fast behoben

Entspannung, wenn auch noch keine Entwarnung gab es am Freitag in der Steiermark. Im Stromnetz waren fast alle Schäden - zumindest provisorisch - behoben. Im Süden lockerte es auf, im Oberland regnete es, und Starkregen verschärfte in Ober- und Oststeiermark die Situation erneut. Bisher waren die Schäden geringer als befürchtet.

Feuerwehr arbeitet an einem beschädigten Dach

APA/Erwin Scheriau

Der Wind deckte ein Haus in der Steiermark ab

Wie es von der Energie Steiermark hieß, dürften im Laufe des Vormittags nahezu alle Kunden wieder am Netz sein. Die Schadensfälle vom Donnerstag seien abgearbeitet, in der Nacht wären neue in der Weststeiermark und im Raum Graz dazugekommen, womit Freitagfrüh etwa 1.000 Haushalte ohne Strom waren. „Entwarnung können wir noch nicht geben“, so Sprecher Urs Harnik-Lauris.

Spektakulärer Zwischenfall

Seitens des Landesfeuerwehrkommandos wurde Zwischenbilanz gezogen: Seit Donnerstag waren 306 Feuerwehren großteils im wetterbedingten Einsatz, in der Nacht auf Freitag waren insgesamt 1.500 Einsatzkräfte mit Sicherungs- und Bergungsarbeiten beschäftigt. Haupteinsatzgebiete seien aktuell der Osten und der Südosten von Graz, wobei die häufigsten Alarmierungen Windwurf betrafen. Vereinzelt gab es Straßensperren, im Fall der Hochschwabstraße (B24) wegen eines Murenabgangs - steiermark.ORF.at.

Schon Donnerstagnachmittag war es in Bad Gleichberg (Bezirk Südoststeiermark) zu einem spektakulären Zwischenfall gekommen: Ein fahrendes Auto wurde auf der Gleichenberger Straße von einem umstürzenden Baum getroffen, ein zweiter entwurzelter Baum beschädigte das Dienstauto der Polizisten, die den Unfall aufnahmen. Verletzt wurde niemand.

Kärnten: Hunderte Haushalte ohne Strom

Durch den starken Sturm stürzte eine Fichte auf die Gleise der Gailtalbahn in Kärnten, der Zug streifte den Stamm. Es wurde niemand verletzt. In der Nacht fiel auch teilweise der Strom aus. Betroffen waren Freitagfrüh noch 500 Haushalte - mehr dazu in kaernten.ORF.at.

Hochwasseralarm auch im Burgenland

Aufgrund des anhaltenden Regens traten im Burgenland im Laufe des Freitags Flüsse über die Ufer bzw. waren kurz davor. Das teilte eine Sprecherin der Landessicherheitszentrale (LSZ) auf Anfrage der APA mit. Am stärksten seien die Pinka im Landessüden sowie die Wulka und die Leitha im Norden betroffen. Seit Donnerstagabend zählte die LSZ 135 Feuerwehreinsätze. Verletzt wurde niemand.

Feuerwehr zwerschneidet einen umgefallenen Baum

APA/Stadtfeuerwehr Pinkafeld

Die Feuerwehr im Burgenland muss eine Straße von einem Baum freiräumen

„Derzeit laufen 54 Einsätze über das ganze Land verteilt. Bei den meisten Einsätzen handelt es sich um überflutete Keller, also Pumparbeiten. Bei den Flüssen ist die Pinka bereits über die Ufer getreten, die Wulka ist auch schon am Überlaufen. Sämtliche Ortschaften, durch die der Fluss läuft, sind daher betroffen“, so die LSZ-Sprecherin Freitagmittag.

Umgestürzte Bäume und beschädigte Dächer

Nicht nur der Regen macht den Menschen im Burgenland seit Donnerstag zu schaffen. Auch zahlreiche umgestürzte Bäume und beschädigte Dächer beschäftigen die Einsatzkräfte. Bei den Einsätzen wurden u. a. auch zwei Funkwagen der Polizei Großpetersdorf und Oberwart beschädigt, teilte die Landespolizeidirektion Burgenland in einer Aussendung mit. Sämtliche Wetter- und Sturmwarnungen rund um den Neusiedler See, die bereits am Donnerstag ausgesprochen wurden, hielt die Exekutive auch am Freitag aufrecht - mehr dazu in burgenland.ORF.at.

Wienfluss

ORF.at/Thomas Hangweyrer

In Wien ist ob der heftigen Regenfälle der Wienfluss angeschwollen

Die Unwetter in Wien hatten am Freitag kaum Auswirkungen auf die Arbeit der Feuerwehr. „Wir verzeichnen einen ganz normalen Tag“, sagte ein Sprecher der APA. „Es war eine ruhige Nacht. Es gab auch wetterbedingt keine Schäden“, so der Sprecher der Feuerwehr gegenüber wien.ORF.at. Die Einsatzkräfte waren wegen der Unwetterwarnung in Alarmbereitschaft. Die Reservefahrzeuge wurden aufgerüstet und einsatzbereit gemacht, geplante Übungen und Schulungen wurden verschoben - mehr dazu in wien.ORF.at.

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