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Die „umgefärbten“ Bezirke

Die EU-Wahl ist reich an Überraschungen. Das wird beim Blick in die Länder deutlich - und auf die Ebene der politischen Bezirke. Zwar gibt es für die einstigen Großparteien noch so etwas wie Kernbezirke. Doch auf Bezirksebene gab es viele Überraschungen. Etwa in Vorarlberg den mehrheitlich grünen Bezirk Feldkirch und in Graz die „grüne“ Hauptstadt der Steiermark - eingebettet in ein blaues Umland.

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Vorarlberg wählte bei der EU-Wahl am Sonntag einmal mehr anders als die übrigen Bundesländer. Wie schon bei der Nationalratswahl im Herbst konnte die ÖVP zwar Platz eins halten, verlor aber mit 7,8 Prozentpunkten stark (laut dem vorläufigen, nicht amtlichen Endergebnis von 36,5 auf 28,7 Prozent).

Karte zum Wahlergebnis

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Mit Feldkirch und Dornbirn gibt es erstmals grüne Bezirke im schwarzen „Ländle“

Die Grünen wurden im „Ländle“ überraschend zweitstärkste Kraft, und das trotz des Antretens von NEOS, das bei der EU-Wahl aus dem Stand die 14-Prozent-Marke übersprang - und damit wie schon bei der Nationalratswahl im äußersten Westen sein stärkstes Regionalergebnis einfuhr.

Die grünen Hochburgen zum starken Bundestrend

Für die Grünen, die mit Ulrike Lunacek an der Spitze bei der EU-Wahl ihr bestes Ergebnis beim Antreten bei einer bundesweiten Wahl einfuhren, bringt das Ergebnis auf Bezirksebene einige Novitäten. Stärkste Kraft mit relativer Mehrheit sind sie etwa erstmals in Graz, wo sie die ÖVP als stärkste Kraft der EU-Wahl 2009 abgelöst haben.

Karte zum Wahlergebnis

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Die relativen Sieger in den Bezirken in der Steiermark

FPÖ in Steiermark in zwei Bezirken voran

Die FPÖ wurde wiederum, wie ein Blick auf die Gesamtübersicht Steiermark zeigt, stärkste Kraft im Umland von Graz: Im Bezirk Voitsberg überholte sie die SPÖ, im Bezirk Graz-Umgebung ließen die Freiheitlichen die ÖVP deutlich hinter sich.

Eine Überraschung brachte in Oberösterreich der Bezirk Gmunden, den sich vorerst die SPÖ knapp vor der ÖVP sicherte.

Hinweis

Alle Angaben beruhen auf dem vorläufigen amtlichen Endergebnis, also ohne Einberechnung der Wahlkarten.

Neue grüne Hochburgen in Wien

In Wien holten sich die Grünen einige Bezirke neu, etwa Landstraße und Hernals. Grüne Hochburgen wie Mariahilf, Neubau und die Josefstadt wurden klar verteidigt, daran änderte auch das Antreten von NEOS nichts, das in den grünen Hochburgen auch klar zweistellig ist. Die einstigen Großparteien ÖVP und SPÖ waren hier bestenfalls noch Mittelparteien. Außerhalb des Gürtels eroberten die Grünen etwa Hernals und Währing, zwei Bezirke, die bei der letzten EU-Wahl noch rot bzw. schwarz waren.

Wien-Karte zum Wahlergebnis

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Insgesamt gibt es in Wien zehn Bezirke mit grüner Mehrheit

Nach der Auszählung der Wahlkarten war auch der traditionell rote Bezirk Rudolfsheim-Fünfhaus grün - mehr dazu in wien.ORF.at

In Wien konnte auch die Liste Europa anders des ehemaligen Mitstreiters von Hans-Peter Martin, Martin Ehrenhauser, in manchen Bezirken zumindest deutlich über die Fünfprozenthürde springen. Auf Wiener Ebene scheint der „spontilastige“ Wahlkampf Ehrenhausers in den innerstädtischen Lagen angekommen zu sein.

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