Heer: Nachbarn könnten Luftraumüberwachung übernehmen

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Die Sparvorgaben für das Bundesheer zwingen den Generalstab zu weiteren Einsparungsüberlegungen. Wie der „Kurier“ (Samstag-Ausgabe) berichtet, könnten künftig auch Nachbarluftwaffen Einsätze in Österreich fliegen, um die teuren Eurofighter-Flüge weiter kürzen zu können.

„Angepasste Luftraumüberwachung“

Im Zuge der „angepassten Luftraumüberwachung“ sollen die Eurofighter-Flugstunden radikal minimiert werden. So könnte der Flugbetrieb auf die normalen Bürozeiten von Montag bis Freitag jeweils von acht bis 16 Uhr beschränkt werden. Weiter werde die Streichung der Alarmrotte (zwei einsatzbereite und bewaffnete Flieger) überlegt, dafür soll es Luftraumüberwachungseinsätze aus dem Übungsbetrieb heraus geben.

Heikler Teil des Paketes ist laut „Kurier“ die internationale Kooperation. Es soll Kampfflugzeugen der Nachbarluftwaffen möglich gemacht werden, bei Luftoperationen in österreichisches Staatsgebiet einzufliegen.

Slowenien lässt bereits „fremdfliegen“

Im Verteidigungsministerium wollte man den Bericht auf APA-Anfrage nicht weiter kommentieren. Das Papier der Generäle soll Ende August/Anfang September vorliegen, so ein Sprecher. Dass darin die grenzüberschreitende Luftraumüberwachung vorgeschlagen werde, sei möglich. Schon in der Vergangenheit habe es dazu Überlegungen gegeben.

Laut „Kurier“ gibt es mit Slowenien bereits einen Nachbarstaat Österreichs, der „fremdfliegen“ lässt. Die ungarische Luftwaffe ist dort für das „Air Policing“ im Einsatz. Auch die Schweiz hat demnach mit allen ihren Nachbarn außer Österreich entsprechende Verträge.