Klug kritisiert EU-Verteidigungspolitik

Dieser Artikel ist älter als ein Jahr.

Verteidigungsminister Gerald Klug (SPÖ) übt scharfe Kritik an der seiner Ansicht nach ineffizienten EU-Verteidigungspolitik. Mit 190 Milliarden Euro würden die EU-Staaten mehr für Verteidigung ausgeben als China, Russland, Indien und Brasilien zusammen. „Aber wir bringen diese Pferdestärken nicht auf die Straße“, teilte Klug gestern in einer Aussendung mit.

Der Minister äußerte sich vor der zweiten Berliner Strategiekonferenz, wo er morgen einen Vortrag zur europäischen Sicherheitspolitik halten wird. Klug kritisierte, dass Europa derzeit „erhebliche Schwierigkeiten“ hätte, „die Sicherheit seiner Mitglieder garantieren zu können“.

„Brauchen politischen Willen dazu“

Bisher habe es gut unter dem Schutz der USA gelebt, „aber die amerikanischen Interessen verschieben sich klar in Richtung Asien“. Europa sei daher unter Zugzwang. „Europa muss Verantwortung für seine Sicherheit übernehmen. Die Mittel dafür haben wir, jetzt braucht es auch den politischen Willen dazu.“

Die Schlussfolgerungen aus aktuellen Konflikten wie jenen in der Ukraine und Syrien seien „klar“: „Kein EU-Staat kann diese Herausforderungen im Alleingang bewältigen. Die EU muss handlungsfähig werden und sich sicherheitspolitisch emanzipieren.“ Die Mittel gebe es, doch es würden Fähigkeiten in den Bereichen Cyberverteidigung, Transport und Drohnen fehlen.

Klug setzt auf „Rollenspezialisierung“

Österreich werde in diesem Zusammenhang seinen „Kurs der Profilschärfung“ fortsetzen und auf „Rollenspezialisierung“ setzen, so Klug. Konkret wolle das Bundesheer „Gebirgsausbildung, spezialisierte Infanterie, Spezialeinsatzkräfte sowie ABC-Abwehr, Logistik und Katastrophenhilfseinheiten in Europa einbringen“.