Monatelanger Streik in Südafrikas Platinminen beendet

Ein monatelanger Streik in Südafrikas Platinminen ist gestern beendet worden. „Morgen werden wir die Einigung unterzeichnen, was bedeutet, dass der Streik offiziell vorbei ist“, sagte der Anführer der Gewerkschaft Amcu, Joseph Mathunjwa, einer jubelnden Menge Tausender Bergarbeiter in Rustenburg.

Mathunjwa forderte die rund 30.000 versammelten Arbeiter auf, ihre Zustimmung zu dem jüngsten Angebot der Konzerne zu geben. Die Bergleute, die seit fünf Monaten keine Löhne mehr erhalten haben, riefen daraufhin, „unterzeichnen, unterzeichnen, unterzeichnen“.

Verhandlungen „nicht leicht“

Der im Jänner begonnene Ausstand hatte sowohl die Arbeiter als auch die Konzerne zuletzt stark belastet. Viele Arbeiter wirkten optimistisch, wenngleich müde von dem langen Kampf um die Lohnerhöhung. Gewerkschaftsführer Mathunjwa sagte, die Konzerne hätten ihren meisten Forderungen zugestimmt, doch seien die Verhandlungen „nicht leicht“ gewesen. Er gab zu, dass nicht alle Arbeiter die monatliche Lohnerhöhung von 12.500 Rand (850 Euro) über die nächsten drei Jahre erhalten würden, doch würden viele sie später „leicht“ bekommen.

Streik kostete Konzerne 1,65 Mrd. Euro

Amcu hatte vergangene Woche im Prinzip einem Ende des Ausstands zugestimmt, doch dann neue Forderungen erhoben. Die neuen Streitfragen schienen ausgeräumt, allerdings bestätigten die Konzerne zunächst nicht die Einigung. Ihren Angaben nach hat sie der Streik der 70.000 Arbeiter insgesamt 23,8 Milliarden Rand (1,65 Mrd. Euro) gekostet. Südafrika verfügt über 80 Prozent der weltweiten Platinreserven, doch reichten die Lagerbestände bisher aus, um Engpässe bei dem unter anderem in Katalysatoren verwendeten Edelmetall zu vermeiden.