Ärzte ohne Grenzen: HIV-Medikamente immer noch zu teuer

Medikamente für HIV-Infizierte sind nach einer Studie der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen in vielen Ländern weiter unerschwinglich. Das erschwere die Versorgung der Infizierten, berichtete die Organisation heute auf der Welt-Aids-Konferenz in Melbourne.

Betroffen seien nicht in erster Linie die ärmsten Länder, wo die Medikamente pro Person teils nur noch 100 Euro im Jahr kosten. Pharmaunternehmen verkauften die Medikamente in Ländern mit mittleren Einkommen deutlich teurer, zu teuer für viele Patienten, berichtete die Organisation.

„Wir wissen heute genau, welche Instrumente wir brauchen, um die Viruslast bei Menschen, die mit HIV leben, unter die Nachweisgrenze zu drücken und dort zu halten“, sagte Jennifer Cohn, eine Ärztin der Organisation. „Aber in den meisten Fällen sind die Preise zu hoch.“

Heilung auf Jahre nicht in Sicht

Eine Heilung ist trotz großer Fortschritte in der Medizin auf Jahre nicht in Sicht, hieß es zuvor bei der Konferenz. „Eine Heilung für mit dem HI-Virus infizierte Menschen in aller Welt? Das wird noch viele, viele Jahre dauern“, so Aids-Experte Steven Deeks von der Universität von Kalifornien. Allerdings mache die Forschung große Fortschritte, so die Konferenzvorsitzende Francoise Barre-Sinoussi: „Es gibt keinen Grund, nicht optimistisch zu sein.“