Themenüberblick

Angriff über Leck auf Website

Die Europäische Zentralbank (EZB) ist Ziel eines Hackerangriffs geworden. Über ein Leck auf der EZB-Website verschafften sich Angreifer vor allem E-Mail-Adressen von Journalisten und Seminarteilnehmern, wie die EZB mitteilte. Sie versicherte, interne Systeme und sensible Marktdaten seien nicht betroffen.

Dieser Artikel ist älter als ein Jahr.

Nach Angaben einer EZB-Sprecherin in Frankfurt fielen den Tätern etwa 20.000 E-Mail-Adressen sowie in einigen Fällen Telefonnummern und Postanschriften in die Hände. Der Diebstahl wurde entdeckt, nachdem die Zentralbank in einer anonymen E-Mail zu einer Geldzahlung für die Daten aufgefordert wurde.

Die Hacker hatten laut EZB eine hauseigene Datenbank geknackt, in der Personen für Konferenzen der Zentralbank, Besuche und andere Veranstaltungen registriert worden waren. Diese Datenbank sei nicht mit den internen Systemen der EZB verbunden gewesen, hieß es weiter. Ihr Inhalt sei zu großen Teilen verschlüsselt gewesen, einige Daten allerdings nicht - etwa E-Mail-Adressen, Postanschriften und Telefonnummern.

EZB informierte Betroffene

Die Polizei nahm nach EZB-Angaben Ermittlungen auf. Die EZB selbst informierte potenziell ausgespähte Nutzer ihrer Website und setzte sämtliche Passwörter sicherheitshalber zurück. Außerdem habe man Schritte unternommen, um zu verhindern, dass sich ein solcher Vorfall wiederhole, heißt es in einer E-Mail der EZB an betroffene Nutzer.

In den vergangenen Monaten hatte es im Internet immer wieder Datendiebstähle gegeben, bei denen zum Teil Millionen E-Mail-Adressen und andere Daten entwendet wurden. So waren im Frühjahr bei Ermittlungen etwa 18 Millionen E-Mail-Adressen samt Passwort entdeckt worden. Auch in die US-Börse NASDAQ sind Hacker bereits eingebrochen, allerdings bereits vor vier Jahren, wie das Wirtschaftsmagazin „Bloomberg Businessweek“ Mitte Juli berichtete.

Link: