Schwangerschaftsabbruch: Stöger will Option auch im Westen

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Gesundheitsminister Alois Stöger (SPÖ) drängt darauf, dass in allen Regionen Österreichs Schwangerschaftsabbrüche in öffentlichen Spitälern möglich sind. Im Burgenland soll es ab Herbst so weit sein. Säumig sieht Stöger hier nur noch den Landeswesten - Tirol und Vorarlberg.

Der Gesundheitsminister hat bereits wiederholt die Möglichkeit zu Abtreibungen in öffentlichen Krankenhäusern in allen Regionen gefordert. Diese Forderung sei nach wie vor aufrecht, hieß es aus seinem Büro gegenüber der APA. Aus dem Burgenland sollen Frauen im Fall einer ungewollten Schwangerschaft nicht länger auspendeln müssen. Ab Herbst sollen Ärzte aus anderen Bundesländern Abtreibungen auch im östlichsten Bundesland durchführen. Derzeit sei man auf Partnersuche, erklärte eine Sprecherin von Soziallandesrat Peter Rezar (SPÖ).

Stöger zeigte sich darüber gegenüber der APA erfreut: „Am Beispiel Burgenland sieht man, wie gut eine Kooperation funktionieren kann. Das ist ein wichtiger Schritt zur Selbstbestimmung für Frauen. Wir wünschen uns eine Lösung für den Westen Österreichs.“ Zwar werden Abtreibungen auch von niedergelassenen Ärzten durchgeführt, allerdings zu sehr unterschiedlichen Preisen, hieß es aus Stögers Büro.

30.000 Abbrüche pro Jahr

Laut Schätzungen von Christian Fiala, Gynäkologe und Begründer des privaten Ambulatoriums „Gynmed“ in Wien, werden in Österreich jährlich rund 30.000 Schwangerschaftsabbrüche durchgeführt, das sind zwei- bis dreimal mehr als in der Schweiz, Deutschland und Holland. „In Österreich haben wir eine unnötig hohe Rate an Abbrüchen im Vergleich zu anderen westeuropäischen Ländern“, so Fiala zur APA. Zurückzuführen sei das auf die mangelhafte Verhütung. „Eine wichtige Maßnahme wäre die Kostenübernahme der Verhütung und des Abbruchs“, fordert der Gynäkologe.