Standortsuche und Festspielgedanke

Als „Kampf“ beschrieb der Historiker Friedrich Heer einmal das lange Ringen um die österreichische Identität. Und dass dieser Kampf jünger ist, als man zu meinen scheint, macht jetzt ein Buch zur Geschichte der Salzburger Festspiele deutlich. „Eine Triumphpforte österreichischer Kunst“ nennt der Salzburger Germanist Norbert Christian Wolf in Anlehnung an Hugo von Hofmannsthal seine Gründungsgeschichte zu den Salzburger Festspielen, die freilich mit dem Mythos vom „europäischen Friedensprojekt“ gründlich aufräumt - und Geburtswehen des neuen Österreich nach 1918 plastisch macht. Am gesunden bayrisch-österreichischen Empfinden, so zeigt Wolf, sollte zumindest in der Vorstellung Hofmannsthals ein Verständnis der eigenen Kultur entstehen und das Volk einen.

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