14 Jahre im Hungerstreik: Indische Aktivistin frei

In Indien ist eine inhaftierte Menschenrechtsaktivistin nach 14 Jahren im Hungerstreik freigelassen worden. „Das Gericht hat sie auf freien Fuß gesetzt“, sagte heute Mani Khaidem, der Anwalt der als „Eiserne Dame von Manipur“ bekannten Irom Chanu Sharmila.

Die 42-Jährige wurde immer wieder in einem Gefängniskrankenhaus zwangsernährt, seit sie im November 2000 ihren Protest aufnahm. Die Behörden hatten Sharmila wegen des Vorwurfs des Selbstmordversuchs festnehmen und zwangsernähren lassen.

Kritik an Militärbefugnissen

Mit ihrer Verweigerung von Wasser und Nahrung protestiert Sharmila gegen ein Gesetz, das der Armee in dem ärmlichen Bundesstaat Manipur an der Grenze zu Burma weitreichende Befugnisse gibt.

Das Gesetz, das 1990 zur Bekämpfung separatistischer Gruppen im unruhigen Nordosten sowie im Bundesstaat Kaschmir erlassen wurde, gibt dem Militär das Recht, auf Sicht zu schießen und Verdächtige ohne Haftbefehl festzunehmen. Menschenrechtsgruppen kritisieren seit langem, dass das Gesetz als Vorwand für außergerichtliche Hinrichtungen dient.

Sharmila begann ihren Hungerstreik am 2. November 2000, nachdem sie nahe ihrem Haus in dem bergigen, entlegenen Bundestaat Manipur Zeugin geworden war, wie die Armee an einer Bushaltestelle zehn Menschen erschoss. Nach dem Beginn ihrer Protestaktion wurde sie in ein Gefängniskrankenhaus eingewiesen und dreimal am Tag über einen Tropf zwangsernährt.