Ukraine: Kämpfe um Innenstädte von Donezk und Lugansk

Die Kämpfe zwischen der ukrainischen Armee und prorussischen Separatisten im Osten der Ukraine sind heute offenbar in das Zentrum der Industriemetropole Donezk vorgedrungen.

Eine Reuters-Reporterin beobachtete fünf bis sechs bewaffnete Rebellen, die auf dem Parkplatz eines Einkaufszentrums hinter Autos Schutz suchten und auf eine andere Gruppe schossen. Zuvor war in Außenbezirken der Stadt Artilleriefeuer zu hören. Einwohner sagten, in dem Gebiet habe es erstmals Artilleriebeschuss gegeben.

Armee nimmt Teile von Lugansk ein

Die ukrainische Armee dringt nach Angaben eines Militärsprechers auch immer weiter in die Provinzmetropole Lugansk vor. Ein Armeesprecher sagte heute in Kiew, die Regierungssoldaten hätten einen Stadtteil eingenommen, im Stadtzentrum werde weiter gekämpft. Die prorussischen Rebellen hatten den Ort nahe der russischen Grenze im April in ihre Gewalt gebracht.

Am Vortag war ein Flüchtlingskonvoi in einen Raketenangriff geraten. Dabei kamen laut Angaben des ukrainischen Militärs Dutzende Menschen ums Leben. Der Armeesprecher sagte, wegen der neuen Kämpfe sei die Bergung der Opfer unterbrochen worden. Bisher wurden nach ukrainischen Angaben 15 Tote gefunden.

Die Armee und die Rebellen machen einander für die Attacke auf den Buskonvoi verantwortlich, für die es allerdings keine Bestätigung von unabhängiger Seite gibt.

Treffen Putin - Poroschenko fixiert

Russlands Präsident Wladimir Putin trifft am 26. August in Minsk auf seinen ukrainischen Amtskollegen Petro Poroschenko in Minsk. Mitten in der Ukraine-Krise nehmen die Staatschefs an einem Gipfel der Zollunion in der weißrussischen Hauptstadt teil, wie der Kreml heute in Moskau mitteilte.

Es blieb der Nachrichtenagentur dpa zufolge unklar, ob es auch ein separates Treffen der beiden geben wird. Bei dem Gipfel seien auch bilaterale Gespräche geplant, teilte der Kreml laut der Nachrichtenagentur AFP mit.

Ukraine stoppt Empfang russischer Sender

Die Ukraine hat unterdessen den Empfang zahlreicher russischer Fernsehsender über seine Kabelprogramme gestoppt. Unter den ausgeschlossenen Stationen befinden sich nach Angaben eines Sprechers des Innenministeriums in Kiew auch die bekannten Sender Russia Today und Life News.

Die insgesamt 14 verbotenen Programme verbreiteten prorussische Propaganda, hieß es zur Begründung. Das Verbot sei zeitlich befristet, erklärte ein Regierungsmitarbeiter auf seiner Facebook-Seite.