„Soldat Schwejk“ in Tschechien mit Statue geehrt

Tschechien hat seine erste Statue des „Braven Soldaten Schwejk“ bekommen. Enthüllt wurde sie im Rahmen der Veranstaltungen zum 100. Jahrestag des Ausbruchs des Ersten Weltkrieges in der südböhmischen Gemeinde Putim, wo sich eine bekannte Szene aus dem Roman des tschechischen Schriftstellers Jaroslav Hasek abspielt.

So geht Schweijk in Putim verloren, als er unterwegs nach Budweis ist. Auf der Polizeistation wird der Soldat dann als „russischer Spion“ verhaftet und verhört. Die Statue, ein Werk des Bildhauers Frantisek Svatek, ist aus Bronze, 1,80 Meter hoch und fast 200 Kilogramm schwer. „Sie steht an der richtigen Stelle. Das Blut Südböhmens strömt in ihr“, kommentierte Jaroslav Haseks Enkel Hasek, gestern die Enthüllung der Statue.

Späte Würdigung

Dass die Statue erst 93 Jahre nach der Herausgabe des ersten Teil des Romans entstanden ist, störe ihn nicht, meinte der Enkel des Satirikers. Bei dem Werk in Putim handelt es sich um die erste Schwejk-Statue in Tschechien, obwohl es in der Welt laut tschechischen Medien bereits 13 andere derartige Denkmäler gibt, beispielsweise in der Slowakei, Ukraine, Polen und Russland.

„Der brave Soldat Schwejk“ ist ein unvollendeter, antimilitaristisch-satirischer Roman. Schwejk ist dabei ein typischer Prager Charakter, der sich mit List und Witz durchs Leben schlägt und sich als Soldat der österreichisch-ungarischen Armee im Ersten Weltkrieg mit Chuzpe vor dem Kriegseinsatz zu drücken versucht. Zum Unterschied von den deutschsprachigen Filmversionen des Stoffs ist das literarische Original eine bitterböse und teils von Ressentiments geprägte Abrechnung mit der k. u. k. Herrschaft über Tschechien.