Italien in der Deflation: Sorge in Euro-Zone steigt

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Die Preise in der Euro-Zone steigen kaum noch und nähren damit die Sorgen vor einer Deflation. Die Teuerungsrate fiel im August auf 0,3 Prozent, wie das EU-Statistikamt Eurostat heute mitteilte. Es ist der niedrigste Wert seit Oktober 2009, als die Preise im Strudel der globalen Finanzkrise sogar fielen.

Schon im Juli lag die Inflationsrate bei nur noch 0,4 Prozent. Die Entwicklung verstärkt den Druck auf die Europäische Zentralbank (EZB), ihren Kampf gegen Deflationsrisiken zu forcieren.

Riskante Spirale

In Spanien fielen die Preise um 0,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr - der niedrigste Wert seit fast fünf Jahren. Dennoch sieht die Regierung in Madrid das Land nicht in der Deflation. Die fallenden Energiepreise verzerren ihrer Ansicht nach das Bild, das sich bereits Ende des Jahres wieder aufhellen soll.

In Italien, das anders als Spanien die Rezession nicht abschütteln konnte, sinken die Preise ebenfalls - im August um 0,1 Prozent. Das Land befindet sich damit in der Deflation, meldete die Nachrichtenagentur ANSA.

Die Währungshüter um EZB-Chef Mario Draghi wollen vermeiden, dass es in der Euro-Zone zu einer Spirale aus fallenden Preisen und sinkenden Investitionen kommt. Eine solche Deflation kann eine Wirtschaft lähmen, wie Japan schmerzlich erfahren musste.