Experten: Atomreaktor in Nordkorea offenbar wieder in Betrieb

Nordkorea hat nach Ansicht von Experten seinen stillgelegten Atomreaktor im Nuklearzentrum Yongbyon wahrscheinlich wieder in Betrieb genommen und könnte damit Plutonium für Atomwaffen produzieren. Entsprechende Hinweise seien auf Satellitenbildern entdeckt worden, heißt es in einem heute in Wien veröffentlichten Bericht der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA).

Bereits vor einem Jahr hatten Forscher der amerikanischen Johns-Hopkins-Universität gewarnt, dass die Dampfturbinen des Reaktors wieder angelaufen seien. Nordkorea verweigert IAEA-Inspekteuren den Zugang zu der Anlage. Anhand der Satellitenaufnahmen, die unter anderem den Abfluss von Kühlwasser zeigen würden, kamen die Fachleute nun zu dem Schluss, dass der Reaktor wieder läuft.

Aus der Anlage soll das Material für Atomtests stammen, die Nordkorea 2006 und 2009 unternahm. 2007 war sie als Gegenleistung für westliche Nahrungsgüterlieferungen stillgelegt worden. Seitdem hat Nordkorea nach Erkenntnissen der IAEA mit dem Bau eines zweiten Reaktors auf dem Yongbyon-Gelände begonnen. Allerdings seien dabei bislang keine wesentlichen technischen Komponenten installiert worden. Zudem ruhe dort die Bautätigkeit seit rund einem Jahr.