Gudenus kritisiert in Moskau EU und „Homosexuellenlobby“

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Die Annäherung zwischen FPÖ und dem offiziellen Russland läuft weiter. Johann Gudenus, Klubchef der Wiener FPÖ, trat gestern in Moskau bei einer offiziösen Veranstaltung namens „Internationales Forum ‚Mehrkindfamilien und die Zukunft der Menschheit‘“ auf. Gudenus kritisierte in seiner Wortmeldung die EU-Politik gegenüber Russland und wetterte gegen eine „Homosexuellenlobby“.

In seiner Rede kritisierte Gudenus neben der EU auch die NATO und die USA. „Europa ist mehr als die Europäische Union, wir sind eine große christliche Familie. Aber es gibt jemanden, der unsere Werte und unsere Familie zerstören will“, wird er von der Nachrichtenagentur Interfax zitiert. Dabei solle nicht vergessen werden, dass die USA bis zum letzten europäischen Soldaten Krieg führen würden.

Die Politik der Europäischen Union sei die Politik von NATO und Amerika, sagte Gudenus in seiner Rede, die er auf Russisch hielt. „Ich schäme mich dafür. Das österreichische Volk, das Volk der Europäischen Union denken nicht so. Wir sind Freunde Russlands“, zitiert Interfax ihn weiter.

Kritik an „Homosexuellenlobby“

Ungemach drohe in Europa, so Gudenus zum Veranstaltungsthema, aber auch von einer „Homosexuellenlobby“. Diese sei äußerst mächtig und verfüge über eigene Zeitungen und Fernsehsender. „Die europäische Homosexuellenlobby will eine absolute Gleichberechtigung von Homosexuellen und Lesben, darunter auch das Recht auf Adoption von Kindern, das es bereits in einigen EU-Staaten gibt. Es ist schwer vorstellbar, wohin das alles führen wird“, sagte der Wiener Politiker in der Moskauer Erlöserkathedrale.

Neben prominenten Duma-Abgeordneten, konservativen Aktivisten und Spitzenvertretern der Geistlichkeit, darunter der russisch-orthodoxe Patriarch Kirill, nahmen einige europäische Politiker an dem Moskauer Forum teil. So waren etwa Gergely Pröhle, stellvertretender Staatssekretär für bilaterale EU-Beziehungen in der ungarischen Regierung, und der französische Europaparlamentarier Aymeric Chauprade von der Front National anwesend.