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Erfolge gegen IS-Kämpfer

Der oberste Militärberater von US-Präsident Barack Obama schließt den Einsatz amerikanischer Truppen bei Einsätzen im Irak nicht aus. Wenn die Strategie versage, der irakischen Armee etwa mit Luftangriffen zu helfen, dann würde er dem Präsidenten „den Einsatz von US-Truppen am Boden“ empfehlen, sagte Generalstabchef Martin Dempsey.

Er könne sich militärische Hilfe bei der Planung und Koordination von Einsätzen vorstellen, so Dempsey. Derzeit sei das aber nicht nötig, betonte der Topmilitär am Dienstag bei einer Anhörung im Streitkräfteausschuss des Senats in Washington. Obama sprach sich bereits oft kategorisch gegen den erneuten Einsatz von US-Bodentruppen im Irak aus.

Kurden erobern christliche Dörfer

Unterdessen gehen die Kämpfe im Nordirak weiter. Kurdische Milizen sollen nach Gefechten mit Mitgliedern des Islamischen Staates (IS) mehrere christliche Dörfer im Nordirak erobert haben. Einheiten der Peschmerga vertrieben die Extremisten aus vier Ortschaften westlich von Erbil, der Hauptstadt der autonomen Kurdenregion, wie ein ranghoher Offizier am Dienstag mitteilte.

Ein Vertreter der katholischen Gemeinschaft der Chaldäer bestätigte, dass es den kurdischen Kämpfern gelungen sei, mehrere Ortschaften zu „befreien“. Die Dörfer seien wegen ihrer Nähe zu den christlichen Städten Bartalla und Karakosch strategisch wichtig.

Bei US-Luftangriffen sind am Dienstag in der Nähe von Mossul laut Augenzeugenberichten mindestens 22 IS-Kämpfer ums Leben gekommen. Einwohner berichteten, die US-Jets hätten mehrere IS-Stellungen attackiert. Die irakische Nachrichtenwebsite Al-Sumaria News berichtete, der Terrormiliz seien große Verluste zugefügt worden.

Tschechien bildet Kurden aus

Die IS-Terroristen, die Teile des Nordiraks und Syriens kontrollieren, hatten bei ihrer Offensive im Nordirak Anfang August die Kontrolle über Karakosch übernommen. Zehntausende in der Region ansässige Christen flohen vor den Dschihadisten. Karakosch, die größte christliche Stadt im Irak, liegt zwischen Erbil und Mossul, das ebenfalls unter IS-Kontrolle steht. Die Kurden werden mit Waffen aus den USA und Frankreich unterstützt.

Auch Tschechien will künftig kurdische Sicherheitskräfte und Sprengstoffexperten im Irak ausbilden. „Die kurdische Armee ist eine der letzten Kräfte der Region, die den Terroristen entgegentreten kann“, sagte Innenminister Milan Chovanec am Dienstag in Prag. Die Regierung in Prag hatte im August beschlossen, rund 500 Tonnen Munition für den Kampf gegen IS bereitzustellen.

Offene Drohungen gegen Sunniten

In Mossul bedrohen die Dschihadisten unterdessen Zeugen zufolge auch sunnitische Geschäftsleute, die in der Vergangenheit mit Christen oder Schiiten zusammengearbeitet hatten. Bewaffnete IS-Vertreter hätten die Herausgabe von Besitztümern ihrer nichtsunnitischen Geschäftspartner verlangt, sagte ein Ladeninhaber, der namentlich nicht genannt werden wollte. „Sie sagen uns: ‚Wenn Ihr nicht gehorcht, beschlagnahmen wir Euren gesamten Besitz.‘“

Der IS forderte außerdem die aus Mossul geflohenen Sunniten zur Rückkehr auf. Ansonsten werde ihr Eigentum konfisziert. Jeder, der sich weigere, gelte fortan als Abtrünniger, sagte ein Anrainer.

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