Türkei droht Fitch und Moody’s

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Nach kritischen Aussagen von Fitch und Moody’s hat die Türkei den beiden großen Ratingagenturen einem Medienbericht zufolge mit einem Ende der Zusammenarbeit gedroht.

„Wir haben die Beziehungen zu Standard & Poor’s beendet“, sagte Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan laut einem Bericht der Zeitung „Hürriyet" von heute. "Wenn sie (Fitch und Moody’s) so weitermachen, kann ich dem Ministerpräsidenten sagen, dass er die Zusammenarbeit mit diesen beiden ebenfalls einstellt.“ So weit sei es jedoch noch nicht.

Erdogan warf den beiden Agenturen dem Blatt zufolge vor, Bewertungen auf politischer und nicht auf wirtschaftlicher Basis zu treffen. Die Ratingagentur Moody’s hatte vergangenen Monat vor einer möglichen wirtschaftlichen Instabilität in der Türkei gewarnt und schnellere Strukturreformen gefordert. Fitch äußerte unter anderem Besorgnis über die hohe Inflation im Land.

2012 hatte die Türkei nach einer schlechteren Einstufung durch Standard & Poor’s die Zusammenarbeit mit dieser Ratingagentur beendet. Standard & Poor’s bewertet die Türkei für ihre Kunden aber weiter. Damals war Erdogan Ministerpräsident. Sein Vertrauter Ahmet Davutoglu übernahm dieses Amt im vergangenen Monat.