UNO: Ebola-Epidemie „Gefahr für Weltfrieden“

Der UNO-Sicherheitsrat hat die Ebola-Epidemie in Westafrika als „Gefahr für Frieden und Sicherheit der Welt“ eingestuft. Mit einer einstimmig beschlossenen Resolution mahnte das mächtigste UNO-Gremium bei einer Sondersitzung gestern (Ortszeit) mehr Hilfe für die betroffenen Länder in Westafrika und das Aufheben von Reisebeschränkungen an.

Zudem wollen die Vereinten Nationen noch in diesem Monat eine Sondermission zur Bekämpfung der Epidemie mit bisher mehr als 2.500 Toten nach Westafrika schicken. Der Rat hatte sich in seiner Geschichte zuvor nur zweimal mit Gesundheitsnotfällen beschäftigt, in beiden Fällen war es dabei um Aids gegangen.

UNO gründet Sondereinheit

„Die beispiellose Situation verlangt nach nie da gewesen Schritten, um Leben zu retten und Frieden und Sicherheit zu bewahren“, sagte UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon. „Deswegen habe ich entschieden, eine UNO-Sondermission für Gesundheitsnotfälle einzurichten.“

Die UNMEER genannte Mission solle sich darum kümmern, den Ausbruch der Epidemie zu stoppen, Patienten zu behandeln, notwendige Versorgung nach Westafrika zu bringen, Frieden und Sicherheit zu bewahren und mögliche weitere Ebola-Ausbrüche zu verhindern.

Guinea: Helfer wurden getötet

Nach einem Überfall wütender Dorfbewohner auf Mitarbeiter einer Ebola-Aufklärungskampagne in Guinea wurden unterdessen sieben verschleppte Helfer tot aufgefunden. Ihre Leichen seien aus dem Abwassertank einer Volksschule in der Ortschaft Wome geborgen worden, sagte ein Regierungssprecher der Nachrichtenagentur AFP.

Die Helfer seien „kaltblütig ermordet“ worden. Nach Polizeiangaben hatten Bewohner des Dorfes nahe der Stadt N’zerekore am Dienstag bei Protesten gegen die Aufklärungskampagne mehrere örtliche Gesundheitsvertreter und Journalisten verschleppt.

Die Demonstranten verdächtigten die Mitglieder des Aufklärungsteams demnach, die Dorfbewohner töten zu wollen. Ihrer Meinung nach sei „Ebola eine Erfindung der Weißen, um die Schwarzen zu töten“, sagte ein Polizeibeamter.

Ausschreitungen nehmen zu

Der Gouverneur von N’zerekore sagte im Radio, Ebola sei „eine sehr gefährliche Krankheit, aber diejenigen, die glauben, Ebola existiere nicht, sind noch gefährlicher als die Krankheit selbst“.