Legendärer Mossad-Agent „Mike“ Harari gestorben

Der berühmte israelische Geheimagent Michael „Mike“ Harari ist tot. Harari starb gestern im Alter von 87 Jahren in seiner Geburtsstadt Tel Aviv, wie heute bekanntwurde. Israels Verteidigungsminister Mosche Jaalon würdigte den „Mut und Einfallsreichtum“ des einstigen Topagenten, „dessen Einfluss auf Generationen von Kämpfern noch viele Jahre nachwirken“ werde.

Schon im Jugendalter aktiv

Harari wurde vor allem bekannt als Gründer der Mossad-Einheiten, die umstrittene gezielte Tötungen im Ausland organisierten. Er hatte schon als Jugendlicher zu den Untergrundkommandos gehört, die für einen jüdischen Staat in Palästina kämpften.

Nach der Staatsgründung Israels 1948 diente er in den regulären Streitkräften, bis ihn der Auslandsgeheimdienst Mossad rekrutierte. Harari führte dort die Sonderabteilung „Caesarea“, die für Auslandsoperationen zuständig war, und gründete die „Kidon“-Einheit, die gegen Israel tätige Attentäter im Ausland tötete.

Nach der Ermordung von elf israelischen Sportlern bei den Olympischen Spielen 1972 in München leitete Harari die Operation „Zorn Gottes“, die die palästinensischen Geiselnehmer verfolgte. Anstelle von Ali Hassan Salameh, dem Anführer der Untergrundgruppe Schwarzer September, ermordete Hararis Einheit allerdings 1973 in Norwegen aufgrund einer Verwechslung einen marokkanischen Kellner. Erst sechs Jahre später wurde Salameh bei einem von Harari organisierten Bombenanschlag im Libanon getötet.

Ex-Berater von Panamas Diktator Noriega

Auch als eine aus deutschen und palästinensischen Linksextremisten gebildete Terrorgruppe 1976 eine Air-France-Maschine nach Entebbe entführte, war Harari entscheidend an der Vorbereitung der erfolgreichen israelischen Befreiungsaktion beteiligt.

Ins Zwielicht geriet er nach dem Ende seiner Geheimdienstlaufbahn, als er in Panama lebte. Er soll dort ein enger Berater des Diktators Manuel Noriega gewesen sein. Kurz bevor die US-Armee 1989 Noriega bei einer Invasion stürzte, kehrte Harari nach Israel zurück.