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Auch NASA gratuliert

Damit ist Indien eine Sensation gelungen: Bereits beim ersten Versuch erreichte die indische Weltraumsonde die Marsumlaufbahn. Bisher gab es weltweit rund 40 Missionen von der Erde zum Mars. 21 von ihnen scheiterten. Nur Indien schaffte den Marsflug bereits beim ersten Versuch. Der indische Ministerpräsident Narendra Modi sprach von einem historischen Moment.

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Das unbemannte Raumfahrzeug „Mangalyaan“ (Hindi für Marsgefährt) schwenkte am Mittwoch wie geplant in eine Umlaufbahn um den Planeten ein. Im Kommandozentrum der Indischen Weltraumforschungsorganisation (ISRO) in Bangalore brachen die Wissenschaftler in Jubel aus. Der mehr als 660 Millionen Kilometer lange Flug dieser „Mars Orbiter Mission“ („MOM“) hatte fast zehn Monate gedauert. Seit 5. November 2013 war die Sonde unterwegs. Als sie nun in den Orbit eintrat, wurde sie von einer Geschwindigkeit von 22,2 Kilometern pro Sekunde auf 4,4 Kilometer pro Sekunde abgebremst.

Eine Landung auf dem Mars ist nicht vorgesehen. Die Geräte an Bord der 1.350 Kilogramm schweren Sonde sollen nun in den nächsten sechs Monaten in einer Höhe von rund 500 Kilometern die Atmosphäre und Oberfläche untersuchen. Geklärt werden soll vor allem die Frage, ob Methan vorhanden ist. Das wäre ein Zeichen, dass sich Leben auf dem Mars entwickelte.

Rivale China ausgestochen

Wirklich große und neue Erkenntnisse werden allerdings nicht erwartet. Vielmehr ging es dem Schwellenland Indien darum zu zeigen, dass es zu dieser Marsmission fähig ist. Nicht ohne Stolz verbreitete die ISRO daher, dass sogar die US-Raumfahrtbehörde NASA gratuliert habe. Die indische „Mangalyaan“ hat Gesellschaft. Die NASA-Sonde „Maven“ erreichte erst am Montag die Marsumlaufbahn. Auf der Oberfläche des Roten Planeten rollen zudem die Forschungsroboter „Curiosity“ und dessen Vorgänger „Opportunity“.

Bisher schafften nur die USA, die frühere Sowjetunion und die EU einen Flug zum Mars. Indien stach mit seiner erfolgreichen Mission als erstes asiatisches Land nun sogar seinen Rivalen China aus. Chinesische und japanische Versuche scheiterten bisher. Umso pathetischer klang Modis Kommentar: „Heute wurde Geschichte geschrieben. Wir haben es gewagt, in unbekannte Welten vorzudringen, und haben das schier Unmögliche erreicht.“

Vergleichsweise günstige Marsmission

Finanziell ist das Projekt jedenfalls vergleichsweise günstig. Die Gesamtkosten von 57 Millionen Euro sind weniger als für die meisten Passagierflugzeuge. Bis auf einige elektronische Komponenten wurde alle Teile der Sonde in Indien entworfen und produziert. Vor sechs Jahren war bereits der erste Versuch einer Mondmission erfolgreich. Damals wies Indien Wasser auf dem Mond nach.

Die indische Weltraumfahrt dürfte nun weiter in Schwung kommen. Premierminister Modi will das fünf Jahrzehnte alte Raumfahrtprogramm ausweiten: „Der heutige Erfolg sollte uns dazu bringen, noch mehr Herausforderungen zu suchen.“ 2016 soll ein indisches Roboterfahrzeug auf den Mond geschickt werden. Bereits zwei Jahre später soll eine Landung auf dem Mars versucht werden.

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