Drittes Opfer nach Unfall mit Monster-Truck gestorben

Nach dem schweren Unfall mit einem Monster-Truck im niederländischen Haaksbergen ist ein drittes Opfer gestorben. Wie Bürgermeister Hans Gerritsen heute mitteilte, handelte es sich bei den Toten um eine Frau, einen Mann und einen Buben. Ob sie eine Familie waren, war zunächst unklar. 23 Menschen wurden verletzt, fünf von ihnen schwebten laut Gerritsen weiter in Lebensgefahr.

Der 1.500 PS starke schwarze Truck war gestern bei einer Stuntshow mitten im Zentrum der Grenzstadt verunglückt. Der auf riesigen Reifen montierte Pick-up war zunächst über einige Autowracks hinweggerollt, dann aber aus der Kurve geraten und in die Zuschauermenge gefahren. Die Ursachen standen laut Angaben des Veranstalters Geerlof Kanis auch einen Tag später nicht fest: „Statt zu bremsen, fuhr er einfach in die Zuschauer“, sagte Kanis dem Sender NOS.

Verkettung unglücklicher Umstände?

Niederländische Medien spekulierten, dass die Bremsen versagt oder das Gaspedal blockiert haben könnten. Der Unglücksfahrer wurde vorläufig festgenommen und verbrachte eine Nacht in Polizeigewahrsam - zum Teil auch zu seinem eigenen Schutz, wie sein Anwalt Rob Oude Breuil sagte. Der Mann sei am Boden zerstört, berichtete Breuil dem Sender RTV Oost: „Nach dem Unglück blieb er noch eine Weile an Ort und Stelle. Er sah ein Kind unter den Rädern“.

Möglicherweise wurden die Sicherheitsvorkehrungen nicht eingehalten, und Menschen standen näher als zehn Meter zum Parcours. „Das Schlimmste war, dass gerade die kleinsten Kinder ganz vorne standen, um alles sehen zu können“, sagte der Augenzeuge Freek Lassche der Zeitung „De Telegraaf“.

Die 25.000 Einwohner zählende Gemeinde lud für heute Abend zu einem Krisentreffen ein. „Als Kleinstadt ist es unsere Pflicht, uns gegenseitig zu unterstützen“, sagte Bürgermeister Gerritsen. Ein für morgen geplantes Monster-Truck-Spektakel im benachbarten Tubbergen wurde abgesagt.