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Hauptsächlich Probleme mit den Finanzen

Rund ein Drittel aller Selbstständigen ist nach fünf Jahren nicht mehr auf dem Markt, besagen Zahlen des Arbeitsmarktservice (AMS) - vor allem aus finanziellen Gründen hören die meisten wieder auf, so eine Befragung des AMS.

5.100 Personen haben sich 2013 aus der Arbeitslosigkeit heraus selbstständig gemacht, so das AMS - statistisch gesehen sind nach fünf Jahren von den 5.100 Gründungen nur noch rund 3.300 auf dem Markt, 36 Prozent der Selbstständigen haben dann aufgehört. Dennoch steigt die Quote der Selbstständigen konstant, pro Jahr um drei bis vier Prozent.

Ein Drittel kämpft mit Sozialversicherung und Steuern

Befragt nach den Ursachen für die Beendigung der Selbstständigkeit gab die überwiegende Mehrheit (Mehrfachnennungen möglich) der im Rahmen des Unternehmensgründungsprogramm (UGP) für Arbeitslose Befragten finanzielle Gründe an: 36 Prozent hörten wegen des ökonomischen Risikos auf, also etwa wegen Problemen bei der Kundenakquise, der allgemeinen Finanzkrise, der Sättigung des Marktes oder der mangelnden Rentabilität des Unternehmens.

An zweiter Stelle wurden von 35 Prozent der Befragten finanzielle Belastungen durch Steuern und Sozialversicherung angeführt - dazu zählte laut AMS auch die Erhöhung der Beitragsgrundlage im dritten Jahr. Mehr als jeder Fünfte nannte private Gründe wie Gesundheit und Pension. Frauen führten öfter private Gründe für die Beendigung der Selbstständigkeit ins Treffen, Männer öfter ökonomische und finanzielle Faktoren. Rund jeder Zehnte scheitert überhaupt mit seiner Geschäftsidee, neun Prozent gehen wieder in eine Anstellung.

Zahl der Gründungen steigt konstant

Seit 1998 stieg die Zahl der Gründungen im Rahmen des UGP von 1.131 auf zuletzt 5.100, wobei es mit 5.518 bereits 2010 einen Höchststand gab. Durchschnittlich gab es 3.800 Gründungen pro Jahr. Die Branchenverteilung entspricht laut AMS ungefähr der Verteilung aller aktiven Unternehmen Österreichs, ausgenommen Dienstleister wie Kinesiologen, Masseure, Friseure und Betreiber von Nagel- oder Kosmetikstudios, die mit zwölf Prozent an dritter Stelle liegen, allgemein aber eine deutlich geringere Rolle spielen.

Die ehemals arbeitslosen Gründer stellen laut AMS rund 14 Prozent aller Gründer pro Jahr, ihre Überlebensrate sei auch im internationalen Vergleich zudem höher. Grund für die gute Rate ist einerseits eine starke Selektion bereits im Vorfeld: Nur 46 Prozent aller Personen treten nach einer „Klärungsphase“ ins UGP ein, von den Verbleibenden gründen weitere 17 Prozent nicht bzw. nicht im Rahmen des Programms.

Strenge Kriterien

Für die Teilnahme am UGP gelten laut AMS strenge Voraussetzungen, dazu zählen ein mehrere Wochen lang dauernder Beratungsprozess und die Absolvierung einer Gründungsberatung. Zielsetzung sei zudem die Unterstützung arbeitsloser Personen bei der Aufnahme einer erfolgreichen und dauerhaften Selbstständigkeit - prekäre Gründungen würden nicht gefördert. Das AMS sei zudem „zurückhaltend“, wenn es um die Teilnahme am UGP gehe, die Arbeitslosen würden nicht gedrängt und müssten den Wunsch samt konkreter Geschäftsidee selbst äußern - das sei auch einer der Erfolgsfaktoren.

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